Fribourg

Make Theologie great again

Die neue Medienplattform der Universität Fribourg macht Geisteswissenschaften fit für ein junges Publikum.

Symbolbild Theologie
Glaube und Gesellschaft. Foto: Youtube/DT

Die Theologie fristet heute fast flächendeckend ein Mauerblümchen-Dasein an den Universitäten. Was hat Theologie einer säkularen Gesellschaft überhaupt noch zu sagen? Leider kommt es an den Fakultäten zu keiner Auseinandersetzung mit den brennenden Themen der Zeit. Oft fehlt der Mut, die „heißen Eisen“ anzugehen oder es scheitert schlichtweg an einer zeitgemäßen Kommunikation nach außen.

Theologie klar und allgemeinverständlich kommunizieren

Es gibt jedoch ein theologisches Institut, das sich wider den schleichenden Tod einer angeblichen Irrelevanz stellt. Die Rede ist von der Medienplattform „Glaube und Gesellschaft“ der Theologischen Fakultät Fribourg. Das überkonfessionelle Projekt ist Teil des gleichnamigen, 2014 gegründeten, Studienzentrums. Das Ziel der Medienplattform ist es, durch wissenschaftlich fundierte, ästhetisch ansprechende und professionell aufbereitete Video- und Audioproduktionen, den Online-Dialog zwischen akademischer, geisteswissenschaftlicher Forschung und der breiten Öffentlichkeit zu fördern. „Die Idee für die Medienplattform ist im Verlauf des letzten Jahres entstanden, da wir inhaltlich wie formal im deutschsprachigen Raum ein Vakuum feststellen“, sagt Andreas Steingruber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts, gegenüber der Tagespost. „Aus unserer Sicht gibt es nur wenige Formate, die sich der Übersetzungsarbeit widmen: Theologie klar und allgemeinverständlich zu kommunizieren“, so Steingruber.

„Leitmotiv des Projektes ist die Frage nach dem guten Leben“

Thematisch sollen sich die Beiträge auf gesellschaftliche bzw. kulturelle Fragen, sowie auf Herausforderungen der Gegenwart beziehen. Die Hauptgebiete sind beispielsweise das Verhältnis von Glauben und Wissenschaft; Kirche, Staat und Politik; Glaube und Spiritualität; Technologie und Zukunft; oder Ökologie und Umwelt. Das Leitmotiv des Projektes ist die Frage nach dem guten Leben. Das Team, das hinter „Glaube und Gesellschaft“ steht, ist ein bunter Mix aus Professoren verschiedener Studienrichtungen und Experten aus den Bereichen Dokumentarfilm, visuelle Kunst, Musikproduktion und Medien.

Letztere sind unverzichtbar, möchte man im 21. Jahrhundert eine Masse von jungen Leuten über das Internet erreichen. Die Sprecher der unterschiedlichen Filmformate haben Bekanntheitsgrad. Ein Interview zu dem Thema „Corona“ wurde mit dem Soziologen und Buchautor Hartmut Rosa geführt, ein weiteres mit dem katholischen Priester und Religionsphilosoph Tomáš Halík über „Hat die Kirche Zukunft?“. Die Medienplattform präsentiert ihre geisteswissenschaftlichen Inhalte mit einer kämpferischen Note. So lauten Beiträge „Was dem modernen Denken fehlt“ oder „Für ein neues Denken kämpfen“. Hier wird erklärt, warum ein rein szientistischer Zugang die Welt unvollständig beschreibt. Dieses Selbstbewusstsein täte auch anderen theologischen Fakultäten gut. Zu finden sind die Filme auf Youtube unter „Glaube und Gesellschaft“.

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