Würzburg

"Frischer Wind" in der katholischen Welt

Ein Blog zu gesellschaftlichen und kirchlichen Themen zeigt den Reichtum des Glaubens.

Frischer Wind“ weht nicht nur von Anfang an durch diesen Blog, er heißt auch so. Die Bloggerin postet unter diesem Pseudonym und gibt sich, wie viele andere Blogger auch, nicht mit ihrem Klarnamen zu erkennen. Wie sehr viele andere Blogs ist er in der Zeit des Pontifikats Benedikts XVI. gegründet worden.

Gleich im ersten Beitrag stellt die Bloggerin ihre Motivation vor: „Dieser Blog soll unter anderem dazu dienen, frischen Wind und Licht ins Dunkel zu bringen und landläufige falsche Vorstellungen zu den Konzilsdokumenten und Konzilsaussagen zu korrigieren – jedenfalls soweit meine beschränkten Mittel und meine beschränkte Zeit das zulassen.“ Damit startete er im Jahr 2011 in die damals sehr lebhafte Bloggerwelt. In der ersten Zeit dominierten Artikel zu Konzilsthemen. Es ging wohl darum, irrige Vorstellungen von dem, was das letzte Konzil in seinen Texten ausgedrückt hat, von dem zu scheiden, was landläufig über das Konzil gedacht wurde.

Recht schnell entdeckte die Autorin ihre Liebe zu anderen kirchlichen Themen. Es ist ein Blog, wie er sein sollte. Wenig Systematik, dafür aber viel Intuition prägt bis heute die Folge der Texte. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Credo des Gottesvolkes, welches im Blog immer wieder eine Rolle spielt. Deutlich zu bemerken ist die Erschütterung über den Rücktritt von Papst Benedikt XVI., aber auch die Dankbarkeit für dies großartige Pontifikat.

Eine intensive Begleitung der ersten Schritte von Papst Franziskus findet sich ebenfalls. Dazwischen immer wieder Dinge, die persönlich bewegen. Wallfahrten, Heilige, geistliche Ereignisse und Nachrichten aus der katholischen Welt. Einen schönen Überblick über die persönlichen Schwerpunkte gibt eine sehr große Themenübersicht am unteren Ende des Blogs. Software für Blogs bietet neben den tags (zu deutsch: Schlagwörter), die unter anderem ein Teil der Suchmaschinenoptimierung sind, Labels, also Themen als Sortiermerkmal an. Suchmaschinen schauen auf Webseiten neben anderen Kriterien gezielt nach Schlagworten und Themen, um Beiträge einordnen und bewerten zu können. Nebenbei haben Labels den Vorteil, in einem Blog ganz gezielt alle Beiträge zu einem Thema aufrufen zu können, indem man das Label anklickt.

Der „Frische Wind“ gibt zudem an, wie viele Beiträge unter dem Label zu finden sind. Ungeschlagen auf Platz eins ist Jesus Christus mit 518 Beiträgen, gefolgt von Kirche mit 394 Artikeln. Man erkennt die Schwerpunkte. Als persönliche Interessen gibt die Bloggerin „Hl. Franziskus von Assisi, Römisch-Katholische Kirche, Glaube, Hoffnung, Liebe, Ehe, Familie, Kinder“ an. Gerade die letzten drei Punkte sind in den Bannern zur „Demo für alle“ deutlich zu erkennen. Aber auch der „Bundesverband Lebensrecht“ ist verlinkt. Leben und Familie gehören zusammen. Wo, wenn nicht in der Familie erfährt das Leben von Anfang bis Ende den besten Schutz. So finden sich zu Familie, Leben und Lebensschutz zusammen rund 200 Beiträge.

Die Optik des Blogs ist ein klassisches Blogspot-Design. Dank der Blogspot-Software passt es sich automatisch dem Gerät an, mit dem man liest. „Frischer Wind“ ist auch auf Smartphone und Tablet zu lesen. In der mobilen Version fehlt die Blogroll, die die Vernetzung von „Frischer Wind“ aufzeigt. In der Seitenleiste ist auch das Archiv aufrufbar.

Es zeigt eine zweijährige Lücke. Im Jahr 2017 steht vor der Pause ein kritischer Beitrag zu Amoris laetitia. Es beginnt neu im Mai 2019 mit einem Marienaltar. „Frischer Wind“ könnte beispielhaft für andere Blogger sein, die nicht so recht wussten, wozu sie jetzt noch bloggen sollen. Viele Blogs waren gegründet worden, um Papst Benedikt XVI. in der deutschen Medienlandschaft zu unterstützen. Die Angriffe gegen den Papst aus Deutschland waren oft genug nur schwer zu ertragen. Papst Franziskus schwamm auf der einen Seite auf einer Welle der Mediensympathie, andererseits wirkten Schreiben wie Amoris laetita durchaus verstörend. Der kommende Synodale Weg und die damit verbundenen Reformforderungen könnte die katholische Bloggerszene in Deutschland neu beleben. Der „Frische Wind“ jedenfalls ist schon einmal wieder leicht aufgefrischt.

www.blog-frischer-wind.de