Würzburg

Die "Medienschwestern"

Als „Medianuns“ evangelisieren sie im Internet wie Paulus auf der Agora in Athen: Die "Daughters of St. Paul" erreichen in den Sozialen Netzwerken zehntausende User.

Schwester Linh von Paulusschwestern
Schwester Linh von Paulusschwestern freut sich am Jahrestag ihrer Berufung. Foto: Daughters of St. Paul

"Daughters of St Paul“ – lachende Ordensschwestern, die Glaubensfreude ausstrahlen. Auf der professionell gestalteten englischsprachigen Website der Congregatio Filiarum Sancti Pauli (FSP), zu deutsch: Paulus-Schwestern, fällt neben den sympathischen Bildern vor allem die Leiste mit den einschlägigen Social Media-Icons auf: Twitter, Facebook, Pinterest. Für eine Ordensgemeinschaft eher ungewöhnlich, nicht so für die „Daughters of St Paul“. Die Paulus-Schwestern haben sich die „Verbreitung des Evangeliums durch die Massenmedien“ vorgenommen.

Gegründet am 15. Juni 1915 durch den italienischen Priester Giacomo Alberione in Norditalien bilden die Paulus-Schwestern den ersten weiblichen Zweig der Paulus-Familie, die ihren Anfang in der Gründung der Gesellschaft vom hl. Apostel Paulus hat. Das war am 20. August 1914, und auch hier ist Giacomo Alberione der Initiator. 2003 wurde er seliggesprochen.

Erst Zeitschriften, dann Internet

Der Selige Giacomo Alberione ist schon kurz nach seiner Beatifikation als „Schutzpatron des Internets“ ins Gespräch gebracht worden. Nicht ohne Grund: Als Teilnehmer am Zweiten Vatikanischen Konzil war Giacomo Alberione an der Entstehung des Dekrets „Inter mirifica“ über die sozialen Kommunikationsmittel und die Instrumente der Evangelisation beteiligt. Zur ersten Generaloberin des Ordens wurde im Jahr 1922 Tecla Teresa Merlo ernannt. Von 1931 bis 1938 betreuten die Paulus-Schwestern die innovative Zeitschrift „Famiglia Cristiana“.

Die kirchliche Approbation der Gemeinschaft erfolgte allerdings erst 1953 durch Papst Pius XII. Von 1955 bis 1966 gaben die Paulus-Schwestern die Wochenzeitschrift für Mädchen „Cosi“ heraus. Seither sind auch die modernen Medien Radio, Fernsehen und Internet im Fokus der Paulus-Schwestern. Heute sind etwa 2.500 Paulus-Schwestern in rund 50 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. In Deutschland leben 16 Schwestern der Gemeinschaft in zwei Niederlassungen: in Nürnberg (das ist der deutsche Hauptsitz) und in Düsseldorf.

Ungezwungene Fröhlichkeit on- wie offline

„Ihr müsst wie der Heilige Paulus leben“, gab Giacomo Alberione den von ihm ins Leben gerufenen Ordensgemeinschaften mit auf den Weg. Paulus schrieb Briefe, die Paulus-Schwestern bloggen. Besonders aktiv im Internet sind die englischsprachigen Gemeinschaften der „Daughters of St Paul“. Unter dem hashtag „Medianuns“ (#medianuns) evangelisieren sie auf Twitter wie Paulus auf der Agora in Athen oder dem Forum in Rom. Fast 12.000 Menschen folgen dort ihren Einträgen, im Facebook haben sie über 10.000 Fans. Damit stellen sie auch ihren Patron in den Schatten.

Die Schwestern der US-amerikanischen Gemeinschaft mit Sitz in Boston geben sich aber nicht nur netzaffin und crossmedial, sondern strahlen vor allem eine ungezwungene Fröhlichkeit aus, die wirklich für den christlichen Glauben wirbt. Unter „Join us!“ findet man Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Ein „Pauline Cooperator“ wird man nach sechsmonatiger Ausbildung. Darin enthalten ist eine intensive Einführung in das paulinische Charisma, also in die Spiritualität, welche die medialen Missionsaktivitäten der paulinischen Familie trägt und belebt.