Lourdes

Lebenswende in Lourdes: Von der Freimaurerei zu Christus

Serge Abad-Gallardo beschreibt wie Scheidung, Abtreibung, Euthanasie von der Freimaurerei vorbereitet, geschrieben und in die Parlamente getragen wurden, weil es ihr Ziel ist, eine Ordnung aufzurichten, die der göttlichen Ordnung widerspricht. Die Tatsache, dass sie immer offener auftritt, ist der Beweis für ihre Macht. Heute schwimmen unsere Gesellschaften in der Ideologie der Freimaurer: dem Relativismus.

Wahlfahrtsstätte Lourdes
Durch Maria zu Christus: An der Grotte von Lourdes fanden schon viele zum Glauben. Foto: reg

Knapp ein Vierteljahrhundert hat Serge Abad-Gallardo, ein Katholik, Luzifer gedient – ohne es zu wissen. Das Bekenntnis, das zum Untertitel seines Buches „Mein Weg als Freimaurer“ wurde, klingt etwas reißerisch, mutet aber auch naiv an. Und es lässt, nach Lektüre des Buches, einige Fragen offen.

Vermutlich kann nicht einmal der Autor selbst die Fragen beantworten. Denn am Ende seines Buches resümiert er, dass dieser Lebensverlauf „in jedem Fall der Wille Gottes“ gewesen sei: „..weil er gewusst hatte, dass ich ihn beharrlich suchte, weil es ihm gefiel, sich von mir finden zu lassen, und weil er wollte, dass ich diese Suche nach Wissen aufgab, die in eine spirituelle Sackgasse und einen stillschweigenden Pakt mit dem Teufel einmündete“.

Aber der Reihe nach: Im Jahre 1989 tritt Serge Abad-Gallardo den Freimaurern bei – es ist dies die Obödienz „Le Droit Humain“, ein Zweig des Großorients von Frankreich. Der Adept ist noch unter dreißig, hat ein Diplom im Fach Architektur und arbeitet als städtischer Baudirektor. Für das Leben und seine Anfechtungen ist er geistig durch ein katholisches Elternhaus, Taufe, Erstkommunion und Firmung gerüstet.

Freimaurerei bezieht sich auf den Teufel

Doch er driftet ab – schlechte Einflüsse und ein Immobilienmakler, mit dem er beruflich zu tun hat, lassen ihn schließlich das „Licht“ woanders suchen: im „Geheimwissen“. Dieses wird wesentlich durch Symbole und Rituale vermittelt, denen der Autor das gesamte erste Kapitel widmet.

Wer sich in kosmogonischen Darstellungen wie den Tierkreiszeichen nicht auskennt oder nicht weiß, was die Bedeutung eines musivischen Pflasters ist, erhält in diesem Teil des Buches ein wenig Nachhilfe in Esoterik. Die Seiten können aber auch getrost vom Leser überblättert werden. Kernsatz des Ganzen ist, dass die freimaurerische Zeichensprache der Magie Tür und Tor öffnet und sich sogar „unmissverständlich auf Luzifer bezieht“.

Kapitel II behandelt den Einfluss der Freimaurerei auf die Politik – leider nur in Frankreich. Sicher können hier Parallelen zu anderen Ländern gezogen werden, denn die Grundausrichtung zu Themen wie Scheidung, Abtreibung, Euthanasie dürfte überall dieselbe sein: „Sie wurden von der Freimaurerei vorbereitet, geschrieben und in die Parlamente getragen, weil es ihr Ziel ist, eine Ordnung aufzurichten, die der göttlichen Ordnung widerspricht. Die Tatsache, dass sie immer offener auftritt, ist der Beweis für ihre Macht. Heute schwimmen unsere Gesellschaften in der Ideologie der Freimaurer: dem Relativismus.“

„Sie wurden von der Freimaurerei vorbereitet, geschrieben und in die Parlamente getragen,
weil es ihr Ziel ist, eine Ordnung aufzurichten, die der göttlichen Ordnung widerspricht.
Die Tatsache, dass sie immer offener auftritt, ist der Beweis für ihre Macht.
Heute schwimmen unsere Gesellschaften in der Ideologie der Freimaurer: dem Relativismus.“

Neben Frankreich wären konkrete Beispiele aus anderen Ländern wünschenswert gewesen – insbesondere, wenn das Buch auf einem anderssprachigen Markt erscheint.

Im nächsten Kapitel geht es noch einmal in die Tiefe okkulter Praktiken der sogenannten Bruderketten, ehe der Autor im nächsten Abschnitt offenlegt, wie er herausfand, dass „die Freimaurerei eine satanische Religion ist“. Dies hat der aufmerksame Leser längst begriffen, es bleibt aber spannend, warum Serge Abad-Gallardo 24 Jahre dafür gebraucht hat. Kontinuierlich ist er die Leiter zu den Hochgraden hinaufgeklettert: Er darf sich zunächst „Geheimer Meister“, dann auch „Vollkommener Meister“ und einige Stufen weiter „Großarchitekt“ nennen. Damit hat er den XII. Grad erreicht.

Parodie auf die Eucharistie gehört zum Kult der Freimaurer

Es ist nicht nachzuvollziehen, wie er es so lange in einem Umfeld aushielt, wo etwa eine „Parodie auf die Eucharistie“ zur jährlichen Zeremonie gehörte: „Der jüngste Lehrling und der älteste Meister der Loge stellen sich zu beiden Seiten des Altars der Gelöbnisse auf und brechen das Brot. Jeder zerteilt auf seiner Seite einen Brotlaib, der von den anwesenden Freimaurern weitergereicht wird, damit alle Logenmitglieder sich ein Stück davon nehmen und ,kommunizieren‘.“ Serge Abad-Gallardo zeigt sich immerhin beunruhigt, als bei diesem Ritual noch Luzifer gehuldigt wird, aber er lässt sich mit ein paar laschen Erklärungen abspeisen.

Was brachte nun die Wende, die Abkehr vom Geheimbund? Es ist eine Reise – nach Lourdes, die an einem 18. Februar stattfand: „... der Gedenktag der heiligen Bernadette ist. Das konnte kein Zufall sein! So zartfühlend hatte mich dieses kleine ungebildete Hirtenmädchen, das zu einer großen Heiligen geworden war, zur Jungfrau Maria geführt!“ Hier, auf diesen letzten Metern, gewinnt das Buch. Allerdings ist erstaunlich, wie leicht der ehemalige „Meister“ dem freimaurerischen Inner Circle entkommt: „Sie wurden von der Freimaurerei vorbereitet, geschrieben und in die Parlamente getragen, weil es ihr Ziel ist, eine Ordnung aufzurichten, die der göttlichen Ordnung widerspricht. Die Tatsache, dass sie immer offener auftritt, ist der Beweis für ihre Macht. Heute schwimmen unsere Gesellschaften in der Ideologie der Freimaurer: dem Relativismus.“

An anderer Stelle gibt der Autor zu, dass es ihm und seiner Familie gegenüber von Seiten des Dämons nicht eben geringfügige Aktionen gegeben habe, um sie zurückzubekommen. Diese Dinge und Ereignisse will Serge Abad-Gallardo aber im Kapitel „Luzifer lässt nicht los“ nicht näher benennen.

Die Biografie, die innere Entwicklung hin und damit zurück zum katholischen Glauben, kommt ohnehin zu kurz. Das ist schade, denn ein solch persönliches Zeugnis ist wichtig, gerade heute. Als ein gelungenes Fazit dürfen folgende Sätze angesehen werden, die deutlich machen, wie einfach doch die richtige Entscheidung sein kann:

„Der Weg der Freimaurerei war mir lang und komplex erschienen. Im Glauben dagegen schreite ich geradewegs und ohne esoterische Schlangenlinien voran: Ich bin auf ganz natürliche Weise in ein Mysterium eingetreten. Und ich suche keinen Schlüssel zu irgendeinem „Wissen“ oder „Geheimnis“, sondern knie einfach vor Maria oder vor Christus nieder... und lasse mich von ihnen lieben! Das ist alles.“

Serge Abad-Gallardo: Mein Weg als Freimaurer. Media Maria, Illertissen 2020, 224 Seiten, ISBN 978-3-94793115-6, EUR 18,95,-

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