Würzburg

Internationale Zeitungsschau vom 17.09.2020

Internationale Zeitungsschau

USA: Rassistische Antirassisten

In der christlichen Monatszeitschrift First Things verurteilt Autor Darel Paul den in amerikanischen Intellektuellenkreisen derzeit angesagten „Rassismus“. So schreibt er: „Antirassisten sind Rassisten. Sie glauben, dass die Rasse das wichtigste Thema der menschlichen Gesellschaft, die Quelle gesellschaftlicher und politischer Identität und der Ursprung des politischen Kampfes sei.“ Durch ihren Glauben „an die zentrale Bedeutung der Rasse“ engagierten sie sich, „die rassische Identität“ hervorzuheben und „zu verlangen, dass jegliches gesellschaftliche Miteinander zuallererst durch die Brille der Rasse gesehen werden müsse.

Antirassisten setzen sich besonders dafür ein, Weiße – die bei weitem am wenigsten rassenbewusste Gruppe in Amerika – davon zu überzeugen, sich selbst als Rasse zu verstehen. Die aktuelle Allgegenwart antirassistischer Terminologie – ,whiteness‘, ,white privilege‘, ,white supremacy‘, ,white nationalism‘ etc. – zeigt, dass sie Erfolg haben.“ Obwohl weiße Amerikaner diese ihnen zugewiesene Identität im allgemeinen nicht annehmen, tun das jedoch „liberale weiße Amerikaner sowie die von ihnen kontrollierten schulischen, staatlichen, medialen, gesellschaftlichen und kulturellen Institutionen.

Es ist schon eine Ironie, dass eine Gruppe, die sich im Laufe der Obama-Jahre für ihre aufgeklärten post-rassistischen Verhaltensweisen selbst gepriesen hatte, nun den Rassismus annimmt. Noch ironischer ist es, dass liberale weiße Manager und Geschäftsleute unter dem Banner rassischer Gleichheit marschieren – eine Show des Reichen, der die Reichen verurteilt, und des Mächtigen, der die Macht verurteilt.

Ja noch mehr, es ist die Show einer gesellschaftlichen Klasse, die ihre selbst definierten Klassennormen und -werte, Verhaltens- und Denkweisen als die repressive Kultur der ,whiteness‘ anprangert.“

Hausbesetzung a la française

Die Besetzung der Zweitimmobilie eines Rentnerehepaares sorgt für Schlagzeilen in Frankreich. Eine Familie maghrebinischer Herkunft hatte sich drei Wochen lang im Haus der französischen Eheleute eingenistet. Die Behörden sahen sich zunächst außerstande, die unrechtmäßigen Bewohner aus dem Haus zu vertreiben, die sogar schon das Türschloss ausgetauscht und einen neuen, auf ihren Namen lautenden Stromzähler installiert hatten. Das Magazin L'Incorrect berichtet über die unglaubliche Odyssee der Hausbesitzer, die ihre Hauptwohnung in Lyon verkauft hatten, um sich in ihrem Zweithaus im Departement Alpes-Maritimes endgültig zur Ruhe zu setzen.

Als er sein Domizil betreten will, sieht der herzkranke 75-jährige Mechaniker im Ruhestand, wie sich „Unbekannte auf seinem Balkon aalen. Sein Schlüssel passt nicht mehr ins Schloss, und bald öffnet sich die Haustür, und die aus Abdellah Z., seiner schwangeren Frau und zwei Kleinkindern bestehende Familie erscheint.“ Als Henri Kaloustian und seine Frau Zutritt verlangen, „droht Abdellah. damit, mit Kalaschnikows bewaffnete Männer kommen zu lassen“.

„Noch mehr sind sie durch die Anwesenheit
von Kleinkindern geschützt.“

Für die Kaloustians beginnt ein dreiwöchiges Ringen mit der Verwaltung. Sie schreiben Briefe an alle nur vorstellbaren Behörden, engagieren einen Anwalt und erstatten Anzeige. In Abwesenheit der Hausbesetzer wird versucht, das Haus wieder zu betreten: „Dorfpolizisten, Gendarmen, Schlosser erscheinen vor Ort. Doch der Versuch bleibt vergeblich. Die Gendarmen haben die Anweisung erhalten, sich zu gedulden, bis ein Gerichtsvollzieher die Lage sondiert hat und damit eine juristische Entscheidung fällt.“

Das Ehepaar kehrt erst einmal nach Lyon zurück: „Juristisch betrachtet hängt die Lage größtenteils von der Interpretation des Gesetzestextes durch die Autoritäten ab“, schreibt L'Incorrect. Zumindest kurzfristig könnten die Besetzer alle Rechte beanspruchen: „Noch mehr sind sie durch die Anwesenheit von Kleinkindern geschützt.“ Die Situation sei „absurd und unerträglich. Obwohl die Kaloustians seit 36 Jahren rechtmäßige Besitzer sind, haben sie nicht mehr das Recht, ihr Eigentum zu betreten, für das sie Jahrzehnte gearbeitet und gespart haben.

Sich selbst Recht zu verschaffen, ist verboten

Dieses Zweitdomizil sollte zu ihrem Hauptwohnsitz werden, doch leider wird es rechtlich noch als Zweitwohnsitz betrachtet, was juristisch einen beachtlichen Unterschied macht. Natürlich ist es ihnen verboten, sich selbst Recht zu verschaffen und mit Gewalt ihr Eigentum wiederzuerlangen, da dies eine Straftat wäre.“

Darüber hinaus musste der Bürgermeister zwei Wachpolizisten bereitstellen, die das Haus Tag und Nacht bewachten, „um die Hausbesetzer aufgrund von Drohungen auf den sozialen Netzwerken zu schützen“. Zudem wurde bekannt, dass sie in der Pariser Region eine Wohnung besitzen. Doch der Zufall kommt den Hausbesitzern zu Hilfe: Eines Nachts „wird das Hausbesetzerpaar von Gendarmen aus dem Landhaus auslogiert“. Aber nicht, weil die Justiz eine schnelle Entscheidung getroffen habe. Viel einfacher: „Abdellah Z. wurde von den Gendarmen wegen ehelicher Gewalt vorübergehend festgenommen und in U-Haft gebracht. Seine Familie wurde an ihren eigentlichen Wohnort zurückgebracht.“

Die Stellung des Islam in Frankreich

Im Figaro stellt sich Ivan Rioufol Fragen über die Stellung des Islam in Frankreich. Der Journalist bestreitet, dass Islam und Republik miteinander zu vereinbaren seien.

So zeige etwa eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop, dass für 40 Prozent der Muslime und 74 Prozent der unter-25-jährigen Muslime in Frankreich ihre religiösen Überzeugungen wichtiger als die Werte der Republik seien. Um nicht als islamophob zu gelten, hätten die aufeinanderfolgenden Regierenden „feige sich einen politischen Islam ausbreiten lassen. Seitdem benimmt sich dieser wie in einem eroberten Land und animiert die Muslime, an die ursprüngliche Scharia anzuknüpfen: eine Lehre, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte seit 2001 für unvereinbar mit den Grundprinzipien der Demokratie hält. Ein solcher Islam ist unerwünscht.“ Dennoch sei anzuerkennen, dass Emanuel Macron sich diesem Problem schließlich gestellt habe. Kürzlich sagte er: „Es wird in Frankreich niemals Platz für jene geben, die, oft im Namen eines Gottes, zuweilen mit der Hilfe ausländischer Mächte das Gesetz einer Gruppe aufzwingen wollen“. Dennoch müsse dieser Ankündigung auch Taten folgen.

Macron müsse präzisieren, wie er beabsichtige, diesen „kolonialistischen Islamismus aus Frankreich zu verdrängen. Diese Ideologie wurzelt in den Städten der Einwanderung und breitet sich auf der ganzen Welt aus.“ Die Linke „verblendet von ihrem Hass auf die Nation und ihr Volk, ist zum Kollaborateur des Besetzers geworden. Dieser versteckt sich hinter den Menschenrechten, um unangreifbar zu werden.“ DT/ks

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