Kurz vorgestellt

Kurz vorgestellt: Kapitalismus - ein Feindbild für die Kirchen? von Stephan Wirz

Wie hältst Du es mit dem Kapitalismus? Für viele Christen scheint die Antwort klar: Kapitalismus und Christentum passen für sie nicht zusammen. Und von Papst Franziskus stammt schließlich die Aussage: „Diese Wirtschaft tötet.“ In dem vorliegenden Band gehen die Autoren nicht nur den historischen Ursachen für diese weitverbreitete Diagnose auf den Grund, auch bieten sie durchaus unterschiedlich akzentuierte Antworten darauf an, wie denn nun das Verhältnis zwischen Christentum und Kapitalismus auszusehen habe. Alle Autoren aber, unter ihnen nicht nur Theologen, sondern auch Ökonomen, bemühen sich darum, Verstehensbrücken zwischen beiden Bereichen zu bauen. Hervorgegangen ist der Band aus einer Tagung an der Paulus Akademie in Zürich. Alle Beiträge lesen sich flüssig, trotz wissenschaftlichem Unterbau, und ermöglichen so auch dem Leser, der bisher noch nicht viel mit der Materie zu tun hatte, einen guten Zugang . sesa

Stephan Wirtz (Hrsg.): Kapitalismus – ein Feindbild für die Kirchen? Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2018, ISBN: 978-3-290-20167-8, 286 Seiten, EUR 42,-

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Es ist das beherrschende Thema der Politik der vergangenen Jahre: die sogenannte Flüchtlingskrise. In diesem Band sind Beiträge versammelt, in denen die Autoren sowohl eine erste Bilanz ziehen als auch in die Zukunft schauen. Dabei stehen vier verschiedene Aspekte im Mittelpunkt: Fluchtursachen; die Situation in den sogenannten „Zielgesellschaften“, in denen die Flüchtlinge ankommen; der Einfluss von Migrationsfragen auf die Innenpolitik und schließlich das Verhältnis von Migration und Religion. Den Herausgebern – Georg Geiger ist Direktor der Katholischen Akademie des Bistums Fulda, Marco Bonacker stellvertretender Leiter der Abteilung Erwachsenenbildung dort – ist es erkennbar wichtig gewesen, einen Beitrag zur politischen Bildungsarbeit zu leisten. Sachlichkeit, aber keineswegs Mainstream-Denken zeichnen die Beiträge der Autoren aus. Die Leser bekommen hier einen fundierten Überblick über das Gesamtthema, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, sich intensiver in Spezialaspekte einzuarbeiten.

Am Ende steht so ein echter Erkenntnisgewinn, der tatsächlich auf der Auseinandersetzung mit Argumenten beruht. Nicht unwichtig in einer Zeit, die zum Alarmismus und zur Panikmache neigt. Besonders empfehlenswert: Der Beitrag des ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes, Hans-Jürgen Papier, der die Bedeutung des funktionierendes Rechtsstaates hervorhebt und den restlichen Aufsätzen vorangestellt worden ist. sesa

Marco Bonacker, Georg Geiger (Hrsg.): Grenzen – der demokratische Rechtsstaat und die Herausforderung der Migration. Verlag Ferdinand Schöningh 2018, ISBN: 978-3-506-78852-8, 291 Seiten, EUR 49,90