Würzburg

Internationale Zeitungsschau vom 13.02.2020

Windräder in entstellten Landschaften - Kampala: Nur noch Mundkommunion - Irischer Theologe verteidigt Benedikt XVI.

Internationale Zeitungsschau
Im Magazin The Tablet verteidigt Pater Vincent Twomey, ehemaliger Ratzinger-Schüler und emeritierter Professor für Moraltheologie, Papst Benedikt XVI. Foto: The Tablet

Windräder in entstellten Landschaften

Das französische Monatsmagazin Causeur widmet der Zerstörung französischer Landschaften im Namen des Umweltschutzes ein ganzes Dossier. In die einzelnen Beiträge führt Daoud Boughezala ein: „Betonierte Böden, Stadteinfahrten, die von knalligen Schildern überwuchert sind, Gewerbegebiete ohne Seele: Frankreich wird hässlich.“

Oder, wie Alain Finkielkraut in seinem Plädoyer für eine „poetische Ökologie“ (Le Figaro) notiert: Unsere Epoche, die vom Klimanotstand terrorisiert werde, „vernachlässigt den Umweltproblemen zuliebe die Liebe zur Landschaft“– auf die Gefahr hin, „die Schönheit der Welt“ unbeachtet zu lassen.

Die technische Ökologie sei gegenüber der Ästhetik unempfindlich, und ihre Eingriffe in die Natur täten so, als ob sie „im Namen der Natur selbst handeln“, die doch von der Ökologie selbst ausgeplündert werde. Bei diesem schädlichen Prozess spielten die Windräder eine zentrale Rolle: „Unter dem Vorwand, erneuerbare Energien zu entwickeln, verunstalten diese gigantischen Masten aus Metall unsere Fluren und schreddern die Vögel.

Im Bewusstsein, dass eine große Mehrheit der Franzosen dagegen ist, scheint der Präsident der Republik die Vox Populi vernommen zu haben, als er am 14. Januar in Pau erklärte: ,Der Konsens über die Windkraft in unserem Land schwindet gerade deutlich. Immer mehr Menschen, die der Ansicht sind, dass ihre Landschaft zerstört ist, wollen in ihrer Nähe keine Windkraft mehr sehen. Man darf das nicht von oben herab durchsetzen‘.“ Ganz im Sinne dieser Äußerung haben „einige kluge Köpfe“, wie Alain Finkielkraut und Bérénice Levet im Causeur einen Appell an Präsident Macron unterzeichnet, „damit die Invasion dieser Stahlmonster aufhört“. Die Verteidigung der „Belle France“ sollte, so Boughezala, „Konservative und Progressive vereinen, die darüber besorgt sind, welches Land sie ihren Kindern hinterlassen“.

Kampala: Nur noch Mundkommunion

Erzbischof Cyprian Kizito Lwanga von Kampala verfügte kürzlich, wie Theologieprofessor C.C. Pecknold im Catholic Herald vermeldet, dass es verboten sei, „die heilige Kommunion in die Hand zu spenden oder zu empfangen“.

In der Erzdiözese Kampala leben mehr als 1,5 Millionen ugandische Katholiken sowie insgesamt 324 Priester, „doch viele versammeln sich zur Messe eher daheim als in den Pfarrgemeinden, was zu weitverbreiteten liturgischen Missbräuchen führt“. Erzbischof Lwanga stellte in seinem Dekret fest, dass „von vielen Fällen einer Entehrung der Eucharistie“ berichtet werde, die auf vielfältige Weise mit ehrfurchtlosen Formen einer In-die-Handspendung in Zusammenhang stünden. Als Abhilfe ordnete jetzt der Erzbischof an, dass es „angemessen ist, zur ehrfurchtsvolleren Methode eines Empfangs der Eucharistie auf die Zunge zurückzukehren“.

Darüber hinaus versuche der Oberhirte in seinem Dekret weitere Missstände in der Erzdiözese zu korrigieren. So scheine es, wie Pecknold schreibt, dass das Problem nicht nur darin bestehe, dass die Eucharistie eher in Privathäusern als in den dazu bestimmten Pfarrgemeinden in der ganzen Erzdiözese zelebriert werde. Das Problem bestehe nämlich darüber hinaus darin, dass die Eucharistie in polygamen Haushalten stattfinde.

Dazu bemerkt der Erzbischof: „Es muss erneut bekräftigt werden, dass diejenigen, die in unerlaubten ehelichen Gemeinschaften zusammenleben und die in schwerer und offenkundiger Sünde verharren, nicht zur heiligen Kommunion zugelassen werden können.“

Darüber hinaus „darf die Eucharistie – um öffentliches Ärgernis zu vermeiden – nicht in den Häusern von Menschen in einer derartigen Situation gefeiert werden“. Lwanga fügt hinzu, dass Priester ihre Ehrerbietung „bei der Zelebration der Eucharistie“ durch vorschriftsmäßige liturgische Gewänder verstärken müssten, und dass jeder Priester, der die angemessenen, von den Rubriken vorgeschriebenen, geistlichen Gewänder nicht trage, die Eucharistie nie zelebrieren oder konzelebrieren und auch nicht im Chorraum sitzen dürfe, sondern bei den Gläubigen der Gemeinde. Pecknold bemerkt weiter: „Während deutsche Bischöfe für eine Anpassung an die neuen gnostischen Umdefinierungen der Familie plädieren, werden afrikanische Bischöfe mit schwierigen pastoralen Fragen darüber konfrontiert, wie sie ihre Leute von der beunruhigenden kulturellen Verbundenheit mit der Polygamie abbringen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche steht, dass die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau besteht. Zu Recht erkennt Erzbischof Lwanga, dass diesen Fragen im Lichte der der heiligen Eucharistie gebührenden Verehrung begegnet werden müsse“.

Erzbischof Lwanga übernahm seinen Namen von den bekanntesten der Märtyrer von Uganda, vom heiligen Charles Lwanga, der den Martertod durch König Mwanga von Uganda starb, der in den 1880er Jahren männliche Jugendliche sexuell ausbeutete.

Irischer Theologe verteidigt Benedikt XVI.

Pater Vincent Twomey, ehemaliger Ratzinger-Schüler und emeritierter Professor für Moraltheologie, sagte im Gespräch mit dem Magazin The Tablet über das neue Buch von Kardinal Sarah zur Verteidigung des priesterlichen Zölibats, in dem auch ein Beitrag von Benedikt enthalten ist, in Bezug auf die Amazonassynode: „Synoden können manipuliert werden. Ich bin nicht davon überzeugt, dass es dort auf der Synode wirklich diese freimütige Diskussion gab, die Papst Franziskus selbst einforderte.“ Angesprochen auf den Zusammenhang zwischen Kardinal Sarah und Benedikt XVI. betonte er: „Die beiden sind äußerst seriöse Kirchenmänner – der eine ein tiefsinniger Theologe, der andere ein großer Mann Gottes. Sie wenden sich an eine jüngere Generation und nicht an die 68er Generation, die sich größtenteils im Anti-Benedikt und Anti-Johannes Paul II.-Modus befinden. Diejenigen, die behaupten, liberal zu sein, wollen jegliche ernsthafte Diskussion unterbinden.“

Im Hinblick auf die Krise der Berufungen unterstrich Twomey, dass manche in der irischen Kirche „immer noch bemüht sind, dieses Kulturgut“ des traditionellen irischen Katholizismus aufrechtzuerhalten, „bei dem die Kirchen voll waren“. Der irische Theologe beklagte die heutige Vorgehensweise, Messen anzubieten, in denen von Priestern erwartet werde, als „Entertainer“ zu fungieren: „Aufgrund der Eigenschaft des Novus Ordo, bei dem der Priester den Menschen zugewandt ist, reduziert das Ritual die Liturgie letztlich auf Unterhaltung. Leider sind nicht alle von uns Entertainer. Es bürdet dem Priester eine Riesenlast auf, wenn er jeden Sonntag unterhalten soll.“

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