Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 31. Oktober

Laizismus in der Schule? - Verschleierung in Frankreich - Transgender im Frauensport - Bombenangriffe in Schweden

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Laizismus in der Schule?

L?Express widmet sich mit einem umfassenden Dossier Laizismus und Islam. Unter dem Titel „Ist die Schule noch laizistisch?“ fragt das Wochenmagazin: „Was bleibt in den Schulklassen und auf den Pausenhöfen übrig von dem Gesetz aus dem Jahr 1905 zur Trennung von Religion und Staat?“ und lässt Lehrer und Schulleiter zu Wort kommen.

Der Direktor einer Pariser Grundschule etwa beobachtet, wie immer mehr kleine Jungen sich weigern, Mädchen die Hand zu geben oder sich in der Klasse neben sie zu setzen. Auf die Frage nach dem Warum bekomme er die Antwort „weil wir das nicht tun“, wobei das „wir“ „wir, die Muslime“ bedeute, erklärt er. Wenn die Schüler größer werden, änderten sich die Vorfälle naturgemäß: „Realschülerinnen versuchen beispielsweise, auf Schulausflügen ihren Schleier anzulegen, während sie auf dem Gelände ihrer Schule das Gesetz von 2004 über das Tragen religiöser Zeichen perfekt einhalten. Auf diejenigen, die während des Ramadans nicht fasten, oder auf zu weibliche Mädchen wird Druck ausgeübt.“ Eine Lehrerin beklagt: „Heute wird die Laizität von den Schülern sehr viel weniger beachtet, sie schwören auf Arabisch, auf den Koran, auf Mekka und im Namen Allahs.“

Eine Gymnasiallehrerin in Saint-Denis beobachtet seit einigen Jahren ein neues Phänomen: „Manche Schüler muslimischen Glaubens weigern sich, auf dem Klassenfoto zu erscheinen. Im letzten Jahr sagte mir eine Schülerin deutlich, dass ihre Eltern es ablehnen, dass die Jungen sie auf dem Foto ohne Schleier sehen. Hinter all dem steckt das Problem der Sexualisierung des jungen Mädchens.“

Verschleierung in Frankreich

Schlagzeilen macht in den französischen Medien erneut die Frage, ob muslimische Frauen sich in der Öffentlichkeit verhüllt zeigen dürfen. Seit 2010/2011 untersagt ein Verschleierungsverbot in Frankreich die vollständige oder teilweise Verhüllung des Gesichts. So erregte kürzlich der Fall einer Mutter die Gemüter, als sie anlässlich eines Schulausfluges mit ihrem Sohn im Niquab auf einer Sitzung des Regionalrates von Bourgogne-Franche-Comté erschien und von einem Abgeordneten des Rassemblement National aufgefordert wurde, ihr Kopftuch abzunehmen, was sie aber nicht tat. Stattdessen strengte sie eine Klage wegen „öffentlicher Provokation zum Rassenhass“ an. Le Monde publizierte daraufhin einen von 90 Personen unterzeichneten Aufruf mit dem Titel „Wie weit lassen wir den Hass auf die Muslime noch durchgehen?“ Das linksliberale Wochenmagazin Marianne veröffentlicht nun einen Aufruf von 101 französischen „Kultur- oder Glaubensmuslimen, Humanisten, Progressisten und Feministen“ als Reaktion auf den Appell in Le Monde. Darin wird zunächst festgestellt: „Unser Land zerreißt sich seit 30 Jahren in Bezug auf das Tragen eines Schleiers bestimmter Französinnen muslimischen Glaubens. Diese Frauen werden immer zahlreicher, so stark ist der Einfluss extremistischer Prediger.“ Nun sei es „höchste Zeit, dass unsere Landsleute erfahren, dass das Tragen eines Schleiers unter ,den‘ Muslimen nicht unumstritten ist. Es gehört nicht zum Kult, im Gegensatz zum Ramadan-Fasten oder den fünf täglichen Gebeten. Es ist kein religiöses Zeichen.“

Die Unterzeichner bekräftigen „laut und deutlich, dass das Tragen des Kopftuchs ein demonstratives Zeichen eines rückwärtsgewandten, sexistischen und obskurantistischen Verständnisses vom Koran ist. Die Frauen zu verschleiern, bedeutet, ihre Präsenz im öffentlichen Raum zu stigmatisieren. Es bedeutet, aus ihnen Bürgerinnen zu machen, die der skandalösen Identität einer ,Unterordnung unter den vermeintlichen Wunsch der Männer‘ zugewiesen werden. Der Sexismus und Individualisierung des Körpers der Frauen stehen im Widerspruch zu unseren Idealen.“

Transgender im Frauensport

Erneut hat der Kanadier Rachel McKinnon die Weltmeisterschaft der Frauen im Radsport gewonnen und im Qualifikationswettbewerb einen neuen Rekord aufgestellt, wie der National Review mitteilt. McKinnon ist biologisch ein Mann, der sich als Transgender-Frau ausgibt. Bereits 2018 gewann der Philosophieprofessor am College von Charleston den Weltmeistertitel. In einem Interview mit Sky News sagte er, dass Versuche, beim Frauensport Transgender-Athleten zu diskriminieren, der „Leugnung ihrer Menschenrechte“ gleichkäme. „Mein Arzt behandelt mich als weiblichen Patienten, auf meiner Rennlizenz steht ,weiblich‘, doch Leute, die meine Existenz ablehnen, wollen mich immer noch für einen Mann halten … Das ist nicht fair“, sagte McKinnon.

Victoria Hood, ehemalige Radsportsiegerin und Managerin eines britischen Radsportteams, das ausschließlich aus Frauen besteht, sagte gegenüber Sky: „Es ist gar nicht so schwierig, die Wissenschaft steht auf unserer Seite und sagt, dass es [die Teilnahme an Frauenwettkämpfen] unfair ist. Der männliche Körper, der die männliche Pubertät durchgemacht hat, behält seinen Vorsprung bei, der nicht verschwindet. Ich habe Verständnis für sie [für Transgender-Personen]. Sie haben ein Recht darauf, Sport zu treiben, aber nicht ein Recht darauf, in jeder von ihnen gewünschten Kategorie teilzunehmen.“

Bombenangriffe in Schweden

„Bombenanschläge sind heute Teil der Normalität des schwedischen Lebens“, titelt der Spectator. Paulina Neuding bilanziert die üblich gewordenen Angriffe mit Handgranaten in Stockholm und anderen Städten. Die Bandenkriminalität sei heute „auf einer Stufe, auf der sie den schwedischen Staat zu zersetzen droht“. Zwischen Januar und Juni 2019 wurden über 100 Explosionen im Land gezählt. William Agrell, Dozent an der Universität Lund mit dem Forschungsgebiet Friedens- und Konfliktforschung, warnt, dass die Lage derart schlimm geworden sei, dass die Integrität des schwedischen Staates in Gefahr sei: „Das staatliche Gewaltmonopol wurde Stück für Stück ausgehöhlt und existiert nicht mehr.“ Ein Bericht der Schwedischen Verteidigungsuniversität mahnt, „dass Clanstrukturen in einigen Einwanderungszonen das schwedische Justizsystem unter ,großen Druck‘ setzen“. In diesen Parallelgesellschaften sei der schwedische Staat schwach, „die Einschüchterung von Zeugen ist an der Tagesordnung und normale Bürger werden unter Druck gesetzt, sich der Clan-Herrschaft zu unterwerfen“. 90 Prozent der Täter bei Banden-Schießereien sind entweder Migranten der ersten oder der zweiten Generation. Das Land, das früher in Westeuropa mit die niedrigste Gewaltkriminalitätsrate hatte, hat nun eine der höchsten. KS