Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 2. Oktober

Zwangsorganentnahmen in China - Genderverirrung jetzt auch im Lateinunterricht - Staatliche Kontrolle über die Familien - US-amerikanische und britische Sicht auf Greta

Internationale Zeitschriftenschau am 2. Oktober

Zwangsorganentnahmen in China

Der Catholic Herald berichtet über die Organentnahme bei politischen Häftlingen in China. Die Menschenrechtsgruppe China Tribunal teilte dem UN-Menschenrechtsrat in Genf mit, dass die chinesische Regierung noch immer Organe von Inhaftierten religiöser und ethnischer Minderheiten entnehme, obwohl sie vor vier Jahren behauptete, diese Praxis eingestellt zu haben: „Zwangsorganentnahmen von politischen Häftlingen, darunter der religiösen Minderheiten von Falun Gong und der Uiguren, werden von China seit Jahren in einem erheblichen Ausmaß begangen, und das setzt sich bis heute fort“, sagte der für China Tribunal als Anwalt tätige Hamid Sabi auf der UN-Tagung.

Das Tribunal schätze, dass „Hunderttausenden“ von Menschen Organe, so auch Herzen, entnommen würden. Dies sei ein „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte Sabi, und damit „gleichbedeutend mit Völkermord“. Er fügte hinzu, dass „das Herausschneiden von Herzen und anderer Organe aus lebenden, unbescholtenen, harmlosen und friedfertigen Personen eines der schlimmsten Massengräuel dieses Jahrhunderts“ darstelle. Es sei die „rechtliche Pflicht der UN-Mitgliedstaaten und die Pflicht dieses Rates, sich mit diesem strafbaren Verhalten zu befassen“. China Tribunal sagte, es habe in den vergangenen zwei Jahrzehnten „eine ,Explosion‘ von Transplantationen wie auch eine Zunahme von ,Transplantationstouristen‘ nach China gegeben, die nach China reisen, um ein Organ zu erwerben“. Diese Zahlen „legen ein größeres Angebot an Organen nahe, als dass es alleine von exekutierten Kriminellen stammen könnte“, sodass das China Tribunal folgert, dass ,politische Häftlinge‘, die aus keinem anderen Grund als ihrem Glauben oder der Angehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe inhaftiert sind, „getötet werden, um Organe für die Organhandel-Industrie des Landes zu liefern“.

Genderverirrung jetzt auch im Lateinunterricht

Rod Dreher befasst sich in The American Conservative mit der sexuellen Revolution, die nunmehr „totalitär wird“. Nicht nur, dass Barbie-Puppen von der Spielzeugfirma „Mattel“ seit neuestem unter anderem als „genderneutrale Puppen“ produziert würden. Auch vor der altehrwürdigen Sprache Latein macht der Genderwahn nicht halt. So finde sich auf der Sprachapp „Duolingo“, mit der man auch Latein lernen kann, Sätze wie „femina uxorem habet“ und „maritus maritum habet“ („die Frau hat eine Ehefrau“ bzw. „der Ehemann hat einen Ehemann“). Dreher kommentiert: „Man kann diesem Zeug kaum entkommen. Selbst in Lateinkursen setzt man sich für die sexuelle Revolution ein. Ein Aspekt des Totalitarismus besteht ja darin, dass dieser darauf pocht, alles Existierende müsse politisiert werden. Hannah Arendt schreibt in ,The Origins Of Totalitarism‘ über das Problem in der Sowjetunion, Schach ,um des Schachs willen‘ zu spielen: In der frühen stalinistischen Periode widerstanden einige Schachmeister dem staatlichen Versuch, Schach mit bolschewistischer Propaganda zu infiltrieren. Sie sagten, man solle Schach nur um seiner selbst willen spielen und genießen. Der von den Sowjets ernannte Leiter des nationalen Schachverbands sagte hingegen, dass ,alles im Lichte der Revolution politisiert und verstanden werden müsse‘.“ Genauso sei es mit der sexuellen Revolution, meint Dreher: „Noch nicht einmal Lateinlektionen können mehr neutral sein“.

Staatliche Kontrolle über die Familien

Die französische Regierung hat eine Untersuchungskommission über die „Begleitung“ von Eltern ab dem vierten Schwangerschaftsmonat bis zum zweiten Geburtstag des Kindes ab 2020 angekündigt – für „1000 entscheidende Tage“, wie es in der Bekanntgabe des Staatssekretärs für Kinderschutz, Adrien Taquet, heißt. Die Frauengruppe „Antigones“ sieht darin einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer wachsenden Kontrolle, die der Staat auf die Familien auszuüben versucht. Valeurs actuelles veröffentlicht ein Protestschreiben von „Antigones“. Darin heißt es, die jüngsten Gesetze in Bezug auf die Familie mit der Verpflichtung, sich unter anderem die maximal dreijährige „Erziehungszeit unter den Eltern aufzuteilen“, führten zu wirtschaftlich prekären Verhältnissen und zur Spaltung der Geschlechter. All dies trage dazu bei, „dass die Renten bald nur noch an die Arbeitsjahre gekoppelt werden – auf Kosten von Müttern, die ihre berufliche Tätigkeit zeitweise unterbrochen oder ganz beendet haben. Dieser Wille, die Keimzelle der Familie aufzulösen, befindet sich in direkter Linie eines bestimmten Erbes der Revolution“, die das Kind all seinen familiären Bindungen entreißen wollte. Die Antigones-Frauen meinen jedoch, dass die Eltern selbst entscheiden müssten, wer sich anlässlich einer Geburt von seinem Arbeitsplatz beurlauben lässt. Außerdem fordern sie: „Die Mütter, die zuhause bleiben, müssen von einem realen Rechtsstatus profitieren. Bei den Mütterrenten müssen die Zeiten angerechnet werden, die mit der Erziehung von Kindern verbracht wurden.“

US-amerikanische und britische Sicht auf Greta

Vor dreizehneinhalb Jahren warnte Al Gore, wir befänden uns in einem „wahren planetarischen Notstand“ und dass es kein Zurück mehr gäbe, „wenn wir in den nächsten zehn Jahren nicht drastische Maßnahmen unternehmen, um Treibhausgase zu reduzieren“, wie der National Review den einstigen US-Vizepräsidenten zitiert. Das Magazin schreibt weiter: „Kenner des Katastrophismus werden feststellen, dass es sich stets um etwa zehn Jahre handelte, bis der wahre Albtraum begänne: gerade noch nahe genug, dass unverzügliches Handeln notwendig sei, und eben noch weit entfernt genug, um uns davon zu überzeugen, dass wir die drohende Gefahr abwenden könnten. Es ist wie beim Spieler, der darauf schwört, dass sein Einsatz sich dieses Mal auszahlen werde: Klimawandel-Panikmacher geben Irrtümer der Vergangenheit niemals zu, weshalb ihren Zukunftsprognosen mit Skepsis zu begegnen ist“. So sei Greta Thunbergs „verrückte Ansprache vor einem entzückten UN-Klimagipfel eine neue Hochwassermarke der Hysterie gewesen“. Keine Frage: „Der Klimawandel ist ein Problem, mit dem man sich befassen sollte, doch die verwirrten Hasstiraden der Medien und die geifernde Berichterstattung über Thunbergs Paranoia versetzen leicht zu beeindruckende Kinder unnötigerweise in Schrecken.“ Das britische Magazin Standpoint. beleuchtet unter der Überschrift „Gretas Kinderkreuzzug“ den „undurchsichtigen Klüngel von Lobbyisten, Investoren und Energiekonzernen“, die hinter der „Klimakriegerin“ stünden und „versuchen, aus einer grünen Goldgrube Profit zu schlagen“.

DT/KS