Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 14. August 2019

Erzbischof Chaput über Massengewalt

Internationale zeitschriftenschau

Erzbischof Chaput über Massengewalt

Schärfere Waffengesetze allein werden Massenerschießungen nicht wirksam stoppen, schreibt Erzbischof Charles Chaput in der auf seiner Webseite wöchentlich erscheinenden Kolumne als Reaktion auf die jüngsten Massaker in Gilroy, El Paso und Dayton, wie der Catholic Herald berichtet. Der Oberhirte von Philadelphia meint, dass es einen gesellschaftlichen Wandel geben müsse, um die gegenwärtige „Kultur der Gewalt“ zu verändern.

Obwohl er die Hintergrundüberprüfungen und Einschränkungen bei denjenigen uneingeschränkt unterstütze, die Schusswaffen erwerben, stellt er dennoch fest: „Nur ein Dummkopf kann glauben, dass die ,Reglementierung von Waffen‘ das Problem der Massengewalt lösen wird.“ Denn, so seine Begründung: „Die Leute, die bei diesen abscheulichen Vorfällen Waffen einsetzen, sind Akteure mit einem pervertierten Herzen. Und diese Pervertierung geschieht durch die Kultur der sexuellen Anarchie, der persönlichen Ausschweifungen, des politischen Hasses, der intellektuellen Unredlichkeit sowie der perversen Freiheiten, die wir im vergangenen halben Jahrhundert systematisch geschaffen haben.“

Rod Drehers Sicht auf Trump

In einem Interview mit dem Figaro mit der Überschrift „Trump hat eine Bresche für einen neuen intellektuellen Konservatismus geschlagen“ erläutert der ansonsten Trump-kritische Verfasser der „Benedikt-Option“, Rod Dreher, weshalb er sich bei einer Wahl zwischen den Demokraten und Trump dennoch für den derzeitigen amerikanischen Präsidenten entscheiden würde. Er hält ihn für das „kleinere Übel“. Trump sei das „kleinere Übel in Bezug auf die Führer der Demokratischen Partei, die eine radikale, auf Genderstudien basierende Ideologie vertreten. Er ist ein kleineres Übel in Bezug auf eine politische Partei, die Abtreibung fanatisch verteidigt, das heißt, ohne die geringste Kritik oder den geringsten Vorbehalt dagegen zuzulassen. Er ist ein kleineres Übel bezüglich einer politischen Partei, die heftig gegen die religiöse Freiheit opponiert, vor allem, wenn diese in Konflikt mit den Rechten von Homosexuellen gerät. Und er ist ein kleineres Übel in Bezug auf eine politische Partei, deren Anführer – anstatt an eine Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz zu glauben – die ungerechte Diskriminierung der ,weißen Männer‘ gutheißt.“

Exklusive Atlantiküberquerung

Dem französischen Magazin Valeurs actuelles zufolge wird das Segelschiff, das die Aktivistin Greta Thunberg zum Klimagipfel nach New York bringen soll, „gesponsert vom Yachtclub Monaco, vom Autohersteller BMW sowie einer Schweizer Bank“.

Asymmetrischer Umgang der Medien

Der islamistische Terrorismus und der westliche Terrorismus werden in den Medien unterschiedlich behandelt. Dieser Auffassung ist der französisch-israelische Rechtsanwalt und Autor Gilles-William Goldnadel. Im Figaro stellt er dar, dass es eine Asymmetrie beim Umgang der Medien mit den verschiedenen Terrorakten gebe, „man könnte dies als Ungerechtigkeit bezeichnen“. Beim islamistischen Terrorismus richte sich das Hauptaugenmerk der Medien darauf, „keine Verbindung zwischen dem muslimischen Attentäter und seinen Mitgläubigen, seiner Religion und im weitesten Sinne dem Islam des Koran herzustellen“.

Manche Politiker versuchten sich zudem „an ökonomischen oder soziologischen Erklärungen, um das Unerklärliche verständlich zu machen“. Selbst den rechtesten Zeitungen in Frankreich käme es angesichts der blutigen Attentate in dem Land, die zumeist von Ausländern oder von Personen mit Migrationshintergrund verübt wurden, nicht in den Sinn, den ehemaligen Präsidenten François Hollande indirekt für die Terrorakte verantwortlich zu machen, obwohl seine Einwanderungspolitik wegen ihrer Ineffizienz häufig kritisiert wurde. Im Vergleich dazu gebe es bei den Kommentaren über die jüngsten amerikanischen Attentate indes „keinerlei sprachliche Zurückhaltung“, und keinerlei Angst davor, als Motiv Rassismus anzugeben: „Die Zeitungen von beiden Seiten des Ozeans verstehen es, die Dinge beim Namen zu nennen und einen weißen Terroristen der extremen Rechten als das zu bezeichnen, was er tatsächlich ist.“ Dagegen wurden hierbei noch niemals wirtschaftliche oder soziologische Erklärungen in Anspruch genommen, um das Unerklärliche zu erklären. Vor allem habe „man nicht gezögert, Präsident Donald Trump, der die Massaker und den Hass unmissverständlich verurteilt hat“, als „den Bösen und Hauptschuldigen“ darzustellen.

„Ökofaschistischer“ Amoklauf

Charles More deckt im Spectator die „unbequeme Wahrheit über den Attentäter von El-Paso“ auf. Dieser habe vor seiner Tat in seinem Testament „The Inconvenient Truth“ – dieser Titel ist eine Anspielung auf den ähnlich lautenden Klimawandel-Dokumentarfilm („An Inconvenient Truth“) des ehemaligen US-Vizepräsidenten und jetzigen Ökoaktivisten Al Gore – und auf Twitter seine Beweggründe für das von ihm angerichtete Massaker hinterlassen, die außer seiner „rassistischen“ Einstellung weitere Motive offenbarten, die der medialen Berichterstattung über Tat und Täter offenbar entgangen sind.

So äußerte sich Patrick Crusius positiv über den Sozialismus sowie über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Elisabeth Warren, „beschrieb sich selbst als linken Satanisten“ (Washington Times) und bekundete seine von Umweltschutzaspekten angetriebene Gesinnung. In seinem Manifest schrieb er: „Unser Lebensstil zerstört die Umwelt unseres Landes … und schafft damit eine enorme Last für künftige Generationen.“ Er erklärt zwar, „dass er gegen ethnische Vermischung und Masseneinwanderung sei, doch seine Auffassung, dass Migranten getötet werden sollen, beruht nicht auf einer rassischen Überlegenheitstheorie, sondern auf seinem Gefühl, dass zu viele Menschen die Umwelt von Amerika verschmutzen“, schreibt More in dem Beitrag.

Auch Mother Jones, eines der erfolgreichsten linksliberalen Magazine in den Vereinigten Staaten, thematisiert den verqueren „Ökofaschismus“ des 21-jährigen Amokläufers und zitiert diesen wie folgt: „Jahr für Jahr verschlechtert sich der Zustand der Umwelt. Die meisten von euch sind einfach zu verbohrt, um ihren Lebensstil zu ändern. Der nächste logische Schritt ist also, die Anzahl der Menschen zu reduzieren, die in Amerika Ressourcen nutzen. Wenn wir genügend Menschen loswerden, kann unser Lebenswandel nachhaltiger werden.“

DT/KS