Tallinn

Komponist Arvo Pärt: Musik, die auf den Gekreuzigten blickt

Der estnische Komponist Arvo Pärt wird am 11. September 85 Jahre alt. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen sind seine Werke vom Glauben inspiriert.

Arvo Pärt
Der estnische Dirigent Arvo Pärt im Jahr 2018 auf einer Pressekonferenz anlässlich des 26. Praemium Imperiale. Foto: Franck Robichon (EPA FILE)

Arvo Pärt gilt als Vertreter der neuen Einfachheit. Pärts Werke sind aber keineswegs schlicht, sondern in ihrem Kern sehr komplex: In einem seiner ersten Werke wie „Credo“, das für ihn Glaubensbekenntnis und persönliches Statement war, bringt er durch Elemente der Zwölftonmusik und des Bach'schen Präludiums die Spannung zwischen den zwei Prinzipien „Liebt eure Feinde“ und „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zum Ausdruck.

„Das Werk besteht aus zwei musikalisch gegensätzlichen, aufeinanderprallenden Welten. „Ich wollte mit der einer Kettenreaktion gleichenden, unaufhaltsamen Entfaltung des Werkes zeigen, wie das Postulat ,Auge um Auge, Zahn um Zahn' […] erst nach und nach sein wahres Gesicht in voller destruktiver Dimension zeigt“, so Pärt über das wichtigste Stück seiner ersten Schaffensperiode. 

Später Eintritt in die Kirche

Seine religiöse Suche führte ihn Anfang der 70er Jahre zur russisch-orthodoxen Kirche, in den Jahren danach bechäftigte er sich dann mit dem Gregorianischen Choral. Sein musikalisches Können aber zeigte sich früh und er wurde von seinem siebten Lebensjahr an ausgebildet. Seine erste Komposition entstand, als er 14 war und mit 19 begann er, Musik zu studieren. Als spätes Werk sei hier noch „La Sindone“ genannt, das  anlässlich der Ausstellung des Grabtuches von Turin entstand. Der Blick auf den Gekreuzigten war ein immer wiederkehrendes Thema. Das dreiteilige Werk für Orchester und Schlagzeug wurde am 15. Februar 2006 im Turiner Dom uraufgeführt.  DT/vwe

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