Berlin

Auch "Onkel Toms Hütte" fällt dem Sprach-Alarmismus zum Opfer

Den Roman „Onkel Toms Hütte“ so zu verurteilen, ist ein Fehler. Der Alarmismus der Gegenwart will Normen setzen und Namen auslöschen.

Petition zur Umbenennung der U-Bahn-Haltestelle Onkel Toms Hütte
Der Basketballer Moses Pölking hat eine Petition zur Umbenennung der U-Bahn-Haltestelle Onkel Toms Hütte in Berlin-Zehlendorf gestartet. Foto: Kitty Kleist Heinrich TSP via www.imago-images.de (www.imago-images.de)

Der Alarmismus der Gegenwart will Normen setzen und Namen auslöschen. Als „vaporisieren“ bezeichnet George Orwell („1984“) diese Auslöschung. Auch der Roman von Harriet Beecher Stowe (1811–1896),  „Onkel Toms Hütte“, unterliegt Missverständnissen, die für „Antirassisten“ scheinbar unauflösbar sind.   
„Onkel Toms Hütte“ ist eine Märtyrerlegende. Sie erzählt von der Würde des Menschen in extremen Entgrenzungen. Tom erträgt im Glauben an eine ausgleichende Gerechtigkeit am Jüngsten Tag alle Ungerechtigkeiten. Wird aber der Zusammenhang von Ethik und Eschatologie nicht mehr verstanden, so auch nicht mehr Toms Passionsweg „Martyrium des Herzens“.

Autorin entschieden für Abschaffung der Sklaverei

Die Autorin, Harriet Beecher Stowe, war entschieden für die Abschaffung der Sklaverei. Am Ende des Romans heißt es: „Wir leben in einer Zeit, wo Nationen erschüttert und von Krämpfen durchzuckt werden. Ein gewaltiger Einfluss lässt die Welt wie bei einem Erdbeben zittern. Ist Amerika sicher davor?“ Die Figur des Märtyrers Tom setzt ihrem Gegenspieler, der Sklavenhalter Simon Legree, will Tom vom Glauben abbringen; aber Tom hält ihm entgegen, dass seine Seele nicht käuflich sei.  DT/ari

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