Würzburg

Jungs werden Frauen

Ein Kinderbuch propagiert die Auflösung der Geschlechter.

„Julian ist eine Meerjungfrau“
Der kleine Julian schmückt und schminkt sich für eine Regenbogenparade. Foto: Knesebeck

Jetzt hat die Gender-Ideologie auch das Kinderbuch erreicht. Selbst kleine Kinder im Vorlesealter – der Verlag empfiehlt ein Alter ab vier Jahren – sind vor den Aktivisten der Diversität nicht mehr sicher. „Julian ist eine Meerjungfrau“ von Jessica Love heißt das Buch, das einen regelrechten Hype ausgelöst hat. Es handelt von einem kleinen Jungen, einem Farbigen in einer Welt von Farbigen, was nicht auf Afrika hindeuten muss. „Julian LIEBT Meerjungfrauen“, wie es in dem Kinderbuch heißt und möchte selbst eine von ihnen werden. Hübsch verpackt in Pastellfarben mit wenig Text heißt das, der kleine Julian möchte eine Frau werden. Hübsche Frauen sieht er nämlich immer, wenn er mit seiner Oma ins Schwimmbad geht. Zu schön für ihn, mit ihnen im Wasser zu plantschen und sie bei seinen Tauchgängen zu beobachten.

Die Intention des Buches ist nicht unbemerkt geblieben. Die in New York lebende Autorin und Theaterschauspielerin Jessica Love hat für die Originalausgabe bereits den Stonewall Book Award bekommen, der vom Arbeitskreis der American Library Association für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender verliehen wird. Und auf seiner Internetseite wirbt der Verlag Knesebeck für das „mehrfach preisgekrönte Bilderbuch zum Thema Diversität“: „Ein herausragendes Bilderbuch über Individualität, Diversität und Vielfalt!“ Die Wochenzeitung „Die Zeit“ schreibt in dem Beitrag „Julian, die schwarze Meerjungfrau“, um Kinder nicht nur als Helden oder Kriegsopfer in Kinderbüchern darzustellen, sei es wichtig, „die Kinder of Color in kindlichen Alltagswelten und -themen zu verorten und zentrieren, nicht nur in der Fremde und im vermeintlichen Anderssein“.

Keine kindliche Verkleidung, sondern Genderpolitik

Geschlechterträume in den „kindlichen Alltagswelten“ von Vierjährigen? Bei Jessica Love geht es keineswegs um kindliche Verkleidung oder um Rollenspiele, sondern um knallharte Genderpolitik. Die Buchpreise beweisen es. Und der kleine Julian belässt es auch nicht bei seiner Liebe zum anderen Geschlecht, er verkleidet sich und schminkt sich, um seinem Ideal näherzukommen. Mit seiner Idee eines gelben Vorhangs um die Taille und Farnblättern als Kopfschmuck bewegt er sich schon auf die LGBT-Szene zu. Eltern, die bei den Diversitätsideen stören würden, gibt es in dem Buch nicht, und seine Oma, bei der der Junge zu leben scheint, quittiert seine Travestie mit einem „Oh, oh“. Dann nimmt sie ihn jedoch, vorbei an einer Mauer lehnenden Prostituierten, zu einer „Meerjungfrauen-Parade“ mit, zu einer Gay-Parade. Zu seinen erstaunten Blicken sagt sie: „Genau wie Du, mein Schatz. Komm, wir gehen mit.“ Die letzten Worte im Buch, „Und das tun sie“, als sich Julian und seine Oma der schrill-bunten Parade anschließen, scheinen auf die Gendertheoretikerin Judith Butler zu verweisen, die in ihrem Buch „Das Unbehagen der Geschlechter“ die Selbstinszenierung und die Performance empfiehlt, um die Geschlechterordnung zu verwirren und aufzuheben. Performance meint das öffentliche Auftreten als „radikale Vervielfältigung der Geschlechtsidentität“, das Ausweichen traditioneller Geschlechterzuschreibungen, wie es der kleine Julian als Meerjungfrau macht.

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