Casablanca

Wie der Film „Casablanca“ entstand

Der Netflix-Film „Curtiz“ stellt die politischen und künstlerischen Kämpfe um das Drehbuch von „Casablanca“ in den Mittelpunkt.

Garcías Filmtipp: "Curtiz"
Das Drehbuch für den Film „Casablanca“ entstand erst nach und nach. Darauf weist Regisseur Topolanszky in seinem Spielfilm „Curtiz“ hin. Hier liest Michael Curtiz (Ferenc Lengyel) eine Fassung zusammen mit Tochter Kitty (Evelin Dobos). Foto: Netflix

„Ich seh Dir in die Augen, Kleines“ („Here’s looking at you, Kid!“), „Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“, „Die üblichen Verdächtigen“ und selbstverständlich „Play It, Sam”. Aus kaum einem anderen Film sind mehr Zitate ins allgemeine Kulturgut übergegangen wie aus „Casablanca“ (Michael Curtiz, 1942). Der Film wurde zwar von der Kritik positiv aufgenommen, aber der Erfolg stellte sich erst im Laufe der Jahre ein: Das „American Film Institute“ wählte „Casablanca“ 2007 zum drittbesten US-Film aller Zeiten.

Regierung will "Casablanca" als patriotischen Film

Über die Entstehung von „Casablanca“ drehte 2018 der Schweizer Regisseur und Mit-Drehbuchautor mit ungarischen Wurzeln Tamas Yvan Topolanszky den Spielfilm „Curtiz“, den der Streamingdienst Netflix kürzlich in sein Programm aufgenommen hat. 

Am Anfang steht die Rede des Präsidenten Roosevelt zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten. Die Regierung besteht darauf, dass „Casablanca“ ein patriotischer Film wird. Dies macht Studioboss Jack L. Warner (Andrew Hefler) dem Produzenten Hal B. Wallis (Scott Alexander Young) klar. Da ist aber Regisseur Michael Curtiz (Ferenc Lengyel) anderer Meinung: „Ich will einen Kassenschlager“.

 

„Curtiz“ konzentriert sich darüber hinaus auf das eilig zusammengeschusterte „Casablanca“-Drehbuch: Curtiz drehte so schnell, dass die Zwillinge Julius und Philip Epstein (Yan und Rafael Feldman) kaum mit dem Schreiben nachkamen. Die beiden fügten einige Humorelemente in den Film ein – allerdings degradiert Topolanszky die beiden teilweise zu Witzfiguren. Topolanszky tut freilich gut daran, die Gesichter  der Humphrey-Bogart- und Ingrid-Bergman-Darsteller nicht zu zeigen, und sich darüber hinaus insbesondere auf das berühmte Ende des Filmes „Casablanca“ zu konzentrieren.

In einem Nebenstrang thematisiert „Curtiz“ auch die Familienverhältnisse des berühmten Regisseurs, das schwierige Verhältnis zu seiner Tochter Kitty (Evelin Dobos) sowie Curtiz’ Versuche, seine Schwester aus Ungarn herauszuholen, wo sie als Jüdin immer mehr zu leiden hat.

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