Berlin

Wenn die Oma mit der Enkelin...

Ohne Gefühlsduselei erzählt der Spielfilm „Romys Salon“ von einer Zehnjährigen, die sich um ihre an Alzheimer erkrankte Oma kümmert.

Garcías Filmtipp: "Romys Salon"
Obwohl sich Oma Stine (Beppie Melissen) zunächst nur widerwillig bereit erklärt, nachmittags in ihrem Frisiersalon auf ihre Enkelin Romy (Vita Heijmen) aufzupassen, entwickelt sich nach und nach ein schönes Verhältnis zwischen den beiden. Foto: Elmer van der Marel

Für den gerade auf DVD erschienene Spielfilm „Romys Salon“ („Kapsalon Romy“) adaptiert die niederländische Kinderbuchautorin Tamara Bos selbst ihr gleichnamiges Buch. Regie führt Mischa Kamp, mit der Tamara Bos zusammen bereits 2005 „Ein Pferd für Winky“ realisiert hatte, der 2006 auf der Berlinale aufgeführt und mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde.

Beziehung der jungen Romy zu ihrer Großmutter

„Romys Salon“ handelt von der Beziehung zwischen der etwa 10-jährigen Romy (Vita Heijmen) und ihrer Großmutter Stine (Beppie Melissen). Das Scheidungskind, dessen Mutter Margot (Noortje Herlaar) viel arbeitet, soll nach der Schule den Nachmittag im Frisiersalon der Oma verbringen. Denn bei ihrem Vater Willem (Guido Pollemans) möchte sie nicht sein, weil das Haus seiner neuen Freundin gehört, die Romy nicht mag. Allerdings weiß Oma Stine auch nicht so recht, was sie mit der Enkelin anfangen soll. Was zunächst auf Gegenseitigkeit beruht.

 

Erst als Romy immer mehr Auffälligkeiten im Verhalten ihrer Oma bemerkt, und sich allmählich herausstellt, dass sie an Alzheimer leidet, ändert sich das Oma-Enkelin-Verhältnis. Romy übernimmt nach und nach Aufgaben im Frisiersalon, was ihr das Gefühl gibt, sich für ihre Großmutter verantwortlich zu fühlen: „Oma passte nicht mehr auf mich auf, sondern ich ein bisschen auf sie.“ Schließlich muss Stine ins Pflegeheim ziehen, als der Frisiersalon einem Brand zum Opfer fällt. Aber Romy gibt ihre Oma nicht einfach auf.

Filmemacherinnen umschiffen jede Gefühlsduselei

Bei der Inszenierung von „Romys Salon“ umschiffen die Filmemacherinnen jede Gefühlsduselei, die eine solche Handlung hätte nach sich ziehen können. Aus kindgerechter Sicht wird hier nicht nur ein furchtbarer Krankheitsverlauf dargestellt, ohne ihn allerdings zu beschönigen. Darüber hinaus gelingt es Bos und Kamp, andeutungsweise, eben aus der Sicht des Kindes die nicht gerade unbelastete Beziehung  zwischen Stine und ihrer Tochter Margot darzustellen. 
„Romys Salon“ erhielt den „Frankfurter Buchmesse Film Award“ sowie weitere Preise auf internationalen Kinderfilm-Festivals.

„Romys Salon“. Regie: Mischa Kamp, Niederlande/Deutschland 2019, ca. 86 Minuten, EAN 4250128436038, EUR 10,79

Ohne Gefühlsduselei erzählt der Spielfilm „Romys Salon“ von einer Zehnjährigen, die sich um ihre an Alzheimer erkrankte Oma kümmert. hier .