Wenn die Kinder flügge werden

Ein Loblied auf die Mutterschaft und auf die einfachen Augenblicke im Leben: der französische Spielfilm „Ausgeflogen“.

Garcías Filmtipp: "Ausgeflogen"
Das Nesthäkchen Jade (Thaïs Alessandrin) soll bald von Zuhause in Paris ausziehen, um in Kanada zu studieren. Ihre Mutter Héloïse (Sandrine Kiberlain) möchte die letzten Momente mit ihrem „Baby“ und die Erinnerungen an Jade auskosten. Foto: Alamode Film

Die alleinerziehende Mutter Héloïse (Sandrine Kiberlain), die ein gut gehendes Restaurant betreibt, lebt in einem prachtvollen Haus in Paris. Wie der Zuschauer aus einer Rückblende erfährt, beschloss sie vor zwölf Jahren, ihren Mann Franck (Yvan Attal) zu verlassen. Die älteren Kinder Theo (Victor Belmondo) und Lola (Camille Claris) sind schon aus dem Haus ausgezogen. Die Jüngste Jade (Thaïs Alessandrin) wohnt noch bei ihr. Sie bereitet sich auf das Abitur vor, was Héloïse auf eher unkonventionelle Art unterstützt.

Die letzten kostbaren Momente mit der Tochter genießen

Zum Studium hat sich Jade aber an einer kanadischen Universität beworben. Dass auch das Nesthäkchen, ihr „Baby“ (daher auch der Original-Filmtitel „Mon bébé“) flügge werden soll, veranlasst Héloïse, in den letzten Tagen vor Jades Abitur und Auszug so gut wie jeden Augenblick mit ihrem Handy festzuhalten. Als das Smartphone abhanden kommt, setzen sie und die Kinder alles daran, es wiederzufinden – bis Héloïse versteht, dass sie eines solchen Hilfsmittels nicht bedarf, um diese kostbaren Momente zu genießen.

Den Trailer zum Film sehen Sie hier

Drehbuchautorin und Regisseurin Lisa Azuelos verarbeitet ihre eigenen Erlebnisse. Der Eindruck wird dadurch verstärkt, dass ihre eigene Tochter Thaïs Alessandrin Jades Rolle übernommen, und auch an der Entwicklung der Dialoge mitgewirkt hat. „Ausgeflogen“ erzählt vor allem eine universelle Mutter-Tochter-Geschichte mit sowohl lustigen als auch nachdenklichen und wirklich anrührenden Momenten. Azuelos’ Film handelt aber auch von einer Frau in mittleren Jahren, die nun allein zurückbleibt, und deshalb auch ein neues, „freieres“ Leben beginnen könnte.

Film lebt von großartigen Darstellern

Der Film lebt größtenteils vom großartigen Spiel Sandrine Kiberlains, von der Regisseurin Azuelos sagt, sie sei in der Lage, „die Zuschauer in ein- und derselben Szene zum Lachen und zum Weinen zu bringen“. Lisa Azuelos setzt häufig Rückblenden ein, anhand derer sich Héloïse an das bisherige Leben ihrer jüngsten Tochter erinnert. Übrigens: Theos Darsteller Victor Belmondo ist ein Enkel des berühmten Jean-Paul Belmondo.

DT

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