Paris

Steiniger Weg nach dem Schlaganfall

Die französische Komödie „Das zweite Leben des Monsieur Alain“ handelt von einem Neuanfang, auch in der Vater-Tochter-Beziehung.

Garcías Filmtipp: "Das zweite Leben des Monsieur Alain“
Nach einem Schlaganfall ist das Sprachzentrum des Managers Alain Wapler (Fabrice Luchini) gestört. Logopädin Jeanne (Leïla Behkti) hilft ihm, seine für seinen Beruf unerlässliche Sprache wiederzuerlangen. Foto: NFP

„Ich ruhe mich aus, wenn ich tot bin“, sagt Monsieur Alain Wapler (Fabrice Luchini) ziemlich am Anfang von Hervé Mimrans Spielfilm „Das zweite Leben des Monsieur Alain“. Das Vorstandsmitglied eines Automobilherstellers ist ganz offensichtlich „un homme pressé“, so der Original-Filmtitel, ein getriebener Workaholic. Für die Tochter Julia (Rebecca Marder) hat er keine Zeit, er arbeitet bis an den Rand der körperlichen Erschöpfung ... und irgendwann einmal auch darüber hinaus: Monsieur Alain erleidet einen Schlaganfall. Danach ist das Leben nicht mehr, wie es war. Er hat insbesondere Probleme mit der Sprache – verheerend für einen Manager, der in zwei Wochen auf dem Genfer Autosalon ein neues Fahrzeugmodell präsentieren soll.

Sprachprobleme nach Schlaganfall - verheerend für einen Manager

Logopädin Jeanne (Leïla Behkti) versucht ihm klarzumachen, dass er nur mit viel Ruhe, Geduld und harter Arbeit seine Sprache wiederfinden kann. Nun führen die Filmemacher Jeanne ein: Sie wurde nach der Geburt verlassen und adoptiert, und sucht nach ihrer biologischen Mutter. Deshalb hat sie auch so ihre Probleme, etwa mit Süßigkeiten. Alains Weg scheint ziemlich steinig zu werden.

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Der Film basiert auf dem Buch „J’étais un homme pressé“ von Christian Streiff, der als Vorstandsvorsitzender von Peugeot-Citroën einen Schlaganfall erlitt und dadurch sein Leben grundsätzlich ändern musste, einschließlich Pilgern auf dem Jakobsweg.

Besonders amüsant: die gut besetzten Nebenrollen

In einer französischen Komödie sind die Darsteller wichtiger als irgendwelche Besonderheiten in der Inszenierung. Als Theaterschauspieler kann Fabrice Luchini die Artikulationsprobleme besonders überzeugend wiedergeben, auch wenn dies nicht so gelungen erscheint wie etwa in „Willkommen bei den Sch’tis“.

Leïla Behkti verkörpert die einerseits resolute, andererseits wegen der persönlichen Probleme unsichere Jeanne authentisch ungezwungen. Besonders amüsant sind außerdem die gut besetzten Nebenrollen des Pflegers Vincent (Igor Gotesman) und der Haushälterin Aurore (Frédérique Tirmont). Ansprechend nimmt sich ebenfalls die Entwicklung des zunächst gestörten Vater-Tochter-Verhältnisses aus.

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