Würzburg

Ex-Polizist mit starken Fäusten und gutem Herz

Ein Held alter Schule, der einfach das Richtige tun will: der Netflix-Originalfilm „Spenser Confidential“.

Garcías Filmtipp: "Spenser Confidential"
Der ehemalige Polizist Spenser (Mark Wahlberg, rechts) geht aus Instinkt dem Mord an seinem ehemaligen Chef nach. Unterstützung bekommt er von Hawk (Winston Duke, links) und von seinem väterlichen Freund Henry (Alan Arkin). Foto: Netflix

Mit den Fäusten kann der ehemalige Bostoner Polizist Spenser (Mark Wahlberg) gut umgehen. Eine Kostprobe davon bekommen die Mit-Häftlinge, die ihm vor seiner Entlassung ein „Abschiedsgeschenk“ machen wollen. Eine Rückblende zeigt, warum Spenser ins Gefängnis kam: Fünf Jahre zuvor stellte er fest, dass sein Vorgesetzter Boylan (Michael Gaston), dessen Frau misshandelte. Spenser konnte nicht umhin, als Boylan zu Boden zu werfen, und auf ihn einzuprügeln.

In Spenser regt sich der Polizei-Instinkt

Der ehemalige Polizist kommt frei, will aber nicht von seiner Freundin Cissy (Iliza Shlezinger) abgeholt werden. Stattdessen steigt er ins Auto seines Mentors, des Boxtrainers Henry (Alan Arkin), ein. Sein Zimmer muss er sich aber nun mit Hawk (Winston Duke) teilen. Als Tags darauf Boylans Leiche entdeckt wird, gerät Spenser ins Visier der Polizei; sein ehemaliger Partner Driscoll (Bokeem Woodbine) verdächtigt allerdings einen ehemaligen Kollegen, der angeblich Selbstmord begangen hat. Dessen Witwe (Hope Olaide Wilson) wiederum weckt aber in Spenser den Polizisteninstinkt: er muss herausfinden, wer dahinter steckt. Auf die Frage „Warum tust Du das?“, antwortet Spenser: „Weil es das Richtige ist“.

 

Besonders originell nimmt sich zwar das Drehbuch nicht aus. Regisseur Peter Berg setzt jedoch nicht so sehr auf die klischeebeladenen Actionszenen als vielmehr auf die Chemie zwischen den Hauptakteuren Spenser und Hawk, die von Henry und Crissy diesbezüglich kräftig unterstützt werden, sowie auf eine solide Inszenierung.

Actiongeladene Handlung in klassischer Dramaturgie

Bereits in seiner letzten Zusammenarbeit mit Mark Wahlberg „Deepwater Horizon“ (DT vom 21.11.2016) verknüpfte Peter Berg eine actiongeladene Handlung in klassischer Dramaturgie mit einer Heldengeschichte. In „Spenser Confidential“ kommt zu diesem Heldentum noch eine Prise Humor hinzu. Der Ex-Polizist ist ein Held alter Schule, der im Gegensatz zu vielen Figuren im heutigen Kino nicht mit eigenen Problemen zu kämpfen hat sondern geradeaus für das streitet, was das Richtige ist.

„Spenser Confidential“, USA 2020. Regie: Peter Berg, 111 Minuten, auf Netflix

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