Würzburg

Eine schicksalhafte Begegnung

Das US-Remake „After the Wedding“ berührt den Zuschauer dank der großartigen Darstellerinnen – auch wenn er eine etwas künstliche Drehbuchvolte vollzieht.

Garcías Filmtipp: "After the Wedding"
In New York lernt die Entwicklungshelferin Isabel (Michelle Williams, links) die Geschäftsfrau Theresa (Julianne Moore) kennen. Auf der Hochzeit von deren Tochter Grace macht Theresa Isabel mit ihrem Mann Oscar (Billy Cudrup) bekannt. Foto: Telepool

Mit „Nach der Hochzeit“ („Efter Brylluppet“, 2006) wurde die dänische Regisseurin Susanne Bier für einen Oscar nominiert. Der Preis ging zwar an Henckel von Donnersmarcks „Das Leben der Anderen“, aber Susanne Bier erlangte damit internationale Bekanntschaft. Das Drehbuch von Thomas Anders Jensen, mit dem sie zum dritten Mal zusammenarbeitete, erzählt von einem Dänen, der in Indien ein Waisenhaus betreibt. Als ein reicher Geschäftsmann aus seiner Heimat eine großzügige Spende in Aussicht stellt, knüpft er sie an eine Bedingung: Der Vertrag muss persönlich in Kopenhagen unterschrieben werden. Dort wird der Waisenhausbetreiber eine große Überraschung erleben, die von ihm eine einschneidende Entscheidung verlangt.

Schicksalhafte Begegnung auf der Hochzeit

Im US-amerikanischen „Remake“ des Susanne-Bier-Filmes hat Drehbuchautor und Regisseur Bart Freundlich die Rollen vertauscht: Die US-Amerikanerin Isabel (Michelle Williams) kämpft Tag für Tag um den Erhalt eines Waisenhauses in Kalkutta. Eines Tages erhält sie das Angebot der Multimillionärin Theresa (Julianne Moore), das Waisenhaus vor der Schließung zu retten. Sie will aber Isabel persönlich kennenlernen, weswegen die Entwicklungshelferin widerwillig nach New York reist. Dort findet sie aber eine Theresa vor, die mit den Hochzeitsvorbereitungen von ihren Tochter Grace (Abby Quinn) vollauf beschäftigt ist. Deshalb wird Isabel kurzerhand zur Hochzeit eingeladen, auf der es zu einer für sie unerwarteten, schicksalhaften Begegnung kommt.

Auch wenn Drehbuchautor und Regisseur Bart Freundlich die Familienkonstellation des Originals beibehält, und außerdem manche Szenen aus „Nach der Hochzeit“ einfach eins zu eins übernimmt, erfordert der erwähnte Rollentausch eine etwas gekünstelte Drehbuchvolte. Dennoch: das nuancierte Schauspiel der Hauptdarstellerinnen und insbesondere von Michelle Williams macht das wieder wett, so dass „After the Wedding“ – wenn auch er nicht die emotionale Wucht des Originals erreicht – so doch den Zuschauer berührt.