Paris

Die Rettung von Notre-Dame

"Notre-Dame: Kampf gegen die Flammen": Die Dokumentation zeigt eindrückliche Bilder der Einsatzkräfte, die im April die Zerstörung der Kathedrale verhinderten.

Filmtipp: "Notre-Dame: Kampf gegen die Flammen" - Dokumentation
Am 15. April bricht ein Feuer in Notre-Dame de Paris aus, das bald den Vierungsturm und die Dachkonstruktion zerstört. Die Dokumentation zeigt, wie die Kathedrale dennoch gerettet werden konnte. Foto: Fox Germany

Die Abendnachrichten am 15. April versetzten Menschen auf der ganzen Welt in einen Schockzustand. In Notre-Dame de Paris war ein Feuer ausgebrochen. Damit beginnt denn auch nach einem Flug über die noch intakte Kathedrale und die Île de la Cité die Dokumentation „Notre-Dame: Kampf gegen die Flammen“ von National Geographic, die erstmals am 21. September ausgestrahlt wurde, nun aber über weitere Fernsehsender zu sehen ist. Die Euronews-Reporterin Anelise Borges, die damals vor Ort berichtete, kommt in der Dokumentation zu Wort, um ihre Eindrücke aus den ersten Stunden nach dem Brand zu schildern.

Wahrzeichen Europas und Haus Gottes

Sie ist allerdings die Ausnahme unter den Interviewpartnern. Denn sonst sind sie samt und sonders Feuerwehrleute, die an der Bekämpfung des Brands beteiligt waren, allen voran General Jean-Marie Gontier. Gontier war für die Rettungsaktionen verantwortlich, und musste am 15. April schwierige Entscheidungen treffen, um die Risiken einzuschätzen, denen sich die Einsatzkräfte aussetzen mussten.

Davon berichtet detailliert die Dokumentation insbesondere durch die Aussagen der Männer und Frauen, die den „Kampf gegen die Flammen“ aufnahmen. Die Einblendung der Uhrzeiten hilft, einen genauen Zeitplan der tragischen Ereignisse während der fünfzehn Stunden andauernden Rettungsaktion zu erstellen. Der Zuschauer erfährt dadurch etwa, dass die ersten Notrufe bei der Feuerwehrzentrale um 18.51 Uhr eingingen. Zur Veranschaulichung der Löscharbeiten dienen zwar 3D-Rekonstruktionen. Viel eindrücklicher sind jedoch die Bilder, die beispielsweise Feuerwehrleute zeigen, die aus nächster Nähe ein Feuer zu löschen versuchen, in dem Temperaturen bis zu 1 000 Grad herrschen.

Abgerundet wird das Filmmaterial durch Amateur-Videos und durch die Aufnahmen, die eine große Menschenmenge zeigen, in der absolutes Schweigen herrscht. Die Bilder von nachdenklich-traurigen Menschen, als der Vierungsturm samt Dachreiter von Eugene Viollet-Le-Duc aus dem Jahre 1859 zusammenbricht und das Feuer den Giebel erreicht, womit die Statik der ganzen Kathedrale in Gefahr gerät, gehören ebenso zu den Höhepunkten der Dokumentation.

600 Feuerwehrleute aus 60 örtlichen Feuerwachen

Sie illustriert den Einsatz der mehr als 600 Feuerwehrleute aus 60 örtlichen Feuerwachen mit den zwei Booten, die aus der Seine Wasser pumpten, das über ein hunderte Meter langes hydraulisches Netzwerk transportiert wurde. Eine entscheidende Hilfe erhielten die Einsatzkräfte von einem hochmodernen Löschroboter namens „Colossus“, der Treppen steigen und extremen Temperaturen standhalten kann, und letztendlich den Einsturz der Kathedrale verhinderte.

Besonderes Augenmerk gilt außerdem der Rettung der liturgischen Gegenstände und Kunstwerke sowie der bedeutendsten Reliquie von Notre-Dame, der Dornenkrone. Leider kommt in der Dokumentation der Hauptkaplan der Pariser Feuerwehr, Jean-Marc Fournier, nicht zu Wort. Fournier rettete nicht nur die Dornenkrone, sondern barg auch das Allerheiligste. So sagte er damals: „Jeder weiß, dass die Dornenkrone eine absolut einzigartige und außergewöhnliche Reliquie ist, aber das Allerheiligste ist unser Herr, der wirklich in seinem Leib, seiner Seele, als Gott und Mensch gegenwärtig ist.“

Der Kaplan spendete beim Hinausgehen mit dem Allerheiligsten Sakrament den Segen. Ein solches Zeugnis hätte dem Zuschauer auch erklärt, dass Notre-Dame nicht nur ein Stück Geschichte, ein Weltkulturerbe und ein Wahrzeichen Europas ist, sondern darüber hinaus als Haus Gottes gebaut wurde.

„Notre-Dame: Kampf gegen die Flammen“, Dokumentation, 45 Min. Verfügbar über Sky Go, Sky On Demand, Sky Ticket, EntertainTV, Unitymedia Horizon sowie Vodafone Select und GigaTV.