Der Thronfolger und der böse Onkel

Atemberaubende Animation, großartige Landschaftsaufnahmen. Die sogenannte Realverfilmung von „König der Löwen“ entstand jedoch vollständig am Computer. Von José García

Garcías Filmtipp: "Der König der Löwen"
Das Löwenbaby Simba mag es, mit seinem Vater, König Mufasa, lange Spaziergänge durch dessen Reich zu unternehmen. Gleichzeitig träumt er davon, irgendwann einmal den Thron zu besteigen. Sein böser Onkel Scar hat allerdings eigene Pläne. Foto: Disney

Als Animationsfilm bescherte „König der Löwen“ („The Lion King“) 1994 der Disney-Company große Erfolge sowie mehr als 968 Millionen Dollar Einnahmen. In Deutschland sahen ihm mehr als 11 Millionen Zuschauer – nur „Das Dschungelbuch“ konnte unter den Disney-Filmen mehr Menschen in die Kinos locken.

Handlung angelehnt ans Shakespeares "Hamlet"

Die an Shakespeares „Hamlet“ angelehnte Handlung dürfte also einem breiten Publikum bekannt sein: Das Löwenbaby Simba wird als Thronnachfolger dem gesamten Tierreich präsentiert. Simba vergöttert seinen Vater, König Mufasa, kann aber kaum erwarten, selbst König zu werden. Sein Onkel Scar hat allerdings eigene Pläne, den Thron zu besteigen. Nach Mufasas Tod zwingt er Simba, das Königreich zu verlassen und ins Exil zu gehen. Dort lernt Simba das Erdmännchen Timon und das Warzenschwein Pumbaa. Sie helfen ihm, erwachsen zu werden, Verantwortung anzunehmen und in seine Heimat zurückzukehren, um den Thron zu beanspruchen.

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Seit kurzem verfilmt Disney die großen Animationserfolge, etwa „Dumbo“, „Aladdin“ oder demnächst „Mulan“ als Realfilm neu, wobei sich bei „König der Löwen“ die Bezeichnung „Realfilm“ ziemlich unangemessen ausnimmt. Denn Regisseur Jean Favreau, der mit der „Realverfilmung“ von „Das Dschungelbuch“ im Jahre 2016 an der Kinokasse reüssierte (966 Millionen Dollar), gestaltet seinen Film komplett am Computer.

Visuell sehr ansprechend, aber nicht für kleine Kinder geeignet

Visuell ist „Der König der Löwen“ sehr ansprechend: Meistens ist die Animation, etwa in der Gangart der verschiedenen Tiere, sehr gelungen. Darüber hinaus bietet der Film atemberaubende Plansequenzen, etwa in der Büffel-Stampede oder auch wenn der kleine Simba zusammen mit seiner besten Freundin Nala durch die Beine einer Vielzahl von Tieren laufen, sowie großartige Naturaufnahmen. Die Handlung bietet bekanntermaßen einen Mix aus lustigen und herzergreifenden Momenten.

Dennoch: etliche düstere Augenblicke, die bereits im Zeichentrickfilm vorhanden waren, aber in der „Realverfilmung“ noch gesteigert werden, machen Jean Favreaus „Der König der Löwen“ kaum für kleine Kinder empfehlenswert.

DT

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