Berlin

Tagesposting: Warum ich gegen Gott* bin

Sixtinische Kapelle: Gott-Vater erweckt sein ebenbildliches Geschöpf Adam
Gott als Mann und dann noch alt und mit Bart, bringt manche Menschen auf die Barrikaden. Die KSJ hat jetzt beschlossen, ihm ein Gendersternchen zu verpassen.

Sie nennen sich „Katholische Studierende Jugend“ (KSJ). Was daran stimmt, ist höchstens das Wort Jugend. Mit ein wenig Schulbildung weiß man, dass es sich bei Studierenden (Partizip Präsens) um Studenten handelt, die unentwegt über Büchern grübeln. Was diese „ewigen Studenten“, Steuer-finanziert von Handwerkern oder Familienfrauen, nun in ihren immerwährenden Studien erkannt haben wollen: auch Gott muss „gegendert“ werden. So propagiert und plakatiert (wer bezahlt das eigentlich?) die KSJ jetzt in einer Kampagne, jenseits von Bibel und katholischer Lehre, man müsse „das Gottes*bild entstauben“ und sollte künftig Gott* schreiben. Aus dem Star, der Himmel und Erde gemacht hat, wird also ein Sternchen. Kyrie eleison!

„weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart
hin zu einer Gottes*vielfalt.“

Offiziell verlautbart die KSJ, man wolle endlich „weg von dem strafenden, alten, weißen Mann mit Bart hin zu einer Gottes*vielfalt.“ Interessant übrigens, dass aus dem alten Mann mit weißem Bart, so die bisherige Karikatur Gottes, plötzlich der alte, weiße Mann wird. So funktioniert Propaganda vom Feinsten. Aus dem liebenden Vater, der seinen verlorenen Sohn (und Töchter!) zurück sehnt in die Gemeinschaft der Gläubigen, wird ein bunter Allerweltsgott einer banalen Regenbogen-Religion. Ist uns eigentlich nichts mehr heilig?! Können wir nicht wenigstens den lebendigen Gott aus diesem ganzen Gender-Gaga heraushalten?! Wer sich Gott als alten weißen Mann mit Bart vorstellt, dem ist doch nicht durch das Deppen-Apostroph in kreisförmiger Anordnung * zu helfen.

Der braucht die frohe Botschaft von Jesus Christus, denn „wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Joh. 14, 9). Wir sollten Gott statt Vater lieber Papa nennen, so Papst Franziskus. Wie es Hebräisch sprechende Kinder tun und es Jesus tat: Abba. Von einem Transgender-Mutti-Gott lese ich nichts in der Grundurkunde unseres Glaubens. Höchstens die wunderschöne Aussage des Vater-Gottes: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet“ (Jes. 66, 13). Wie, nicht als! Denn zu ihr laufen wir doch, wenn uns etwas weh tut. Und nicht zu einem „gegenderten“ Neutrum.

Es gibt wichtigere Probleme als ein Gaga-Sternchen

Gott ist Vater, das ist eine Liebesbeziehung: „Vater unser im Himmel!“ Aber auch eine Herrschafts- und Autoritätsaussage: „... dein Reich komme, dein Wille geschehe.“ Nichts braucht unsere Zeit nötiger in all ihrer Ohnmacht. Corona-verzweifelte Senioren und eine rat- und hilflose Jugend, die um ihre Zukunft bangt, haben wahrlich andere Probleme als ein Gaga-Sternchen. Neuevangelisierung statt Genderideologisierung – das wäre der dringendste Auftrag einer Jugend, die sich katholisch nennt. Wenn angeblich Studierende zu wahrhaft Missionierenden werden, dann geht die Gleichung auf: Christen sind immer im Dienst, sie sollen mit ihrem ganzen Leben, mit ihrem Reden und Tun „ein Brief Christi“ sein (2. Kor. 3, 3). Und weil wir das alleine nicht schaffen, hat uns Gott, der Vater, seinen Sohn Jesus Christus gesandt. Allein in seinem Kreuz finden wir Vergebung. „Gottes*vielfalt“ ist etwas für Einfältige, die in ihrer akademischen Parallelwelt noch nicht begriffen haben, was die Welt heute wirklich braucht: Jesus.


Der Autor ist TV-Moderator und Bestseller-Autor.

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