Politik

Sehnsuchtsort für Familien

Ein eigenes Heim ist, gerade in Pandemiezeiten, ein Traum vieler Familien. Rot und Grün gefährden diesen Traum politisch.

KfW: Rund 250 000 Anträge auf Baukindergeld
Viele Familien sehnen sich nach einem Eigenheim. Bis jetzt hilft das Baukindergeld. Foto: Julian Stratenschulte (dpa)

Angesichts der neuen alten Maßnahmen, von denen niemand weiß, wie lange sie wirklich gelten werden, können Familien mit Eigenheim und kleinem Garten relativ gelassen gegenwärtige und künftige Einschränkungen ertragen. Immerhin sind von den rund 19 Millionen Wohngebäuden in Deutschland knapp 16 Millionen Einfamilienhäuser. Es ist der Traum der Deutschen. Fast zwei Drittel geben in Umfragen an, dass sie am liebsten in einem Eigenheim (Wohnung oder Haus) leben oder leben möchten.

Und für 33 Prozent ist es das freistehende Einfamilienhaus, für 25 Prozent ein Reihenhaus. Wer noch kein Eigenheim hat, für den besteht bis Ende des Monats noch Gelegenheit, den Traum mit Hilfe des Staates zu erfüllen. Denn bis zum 31. März läuft die Frist, in die Förderung des Baukindergeldes zu kommen, wenn man bis dahin einen Kaufvertrag unterschrieben oder eine Baugenehmigung für einen Neubau erhalten beziehungsweise mit dem Bau begonnen hat.

SPD und Grüne gleichgültig gegenüber Familien

Danach droht diesem Traum ein frustrierendes Erwachen. Denn Finanzminister Scholz, der für seine Gleichgültigkeit gegenüber Kindern und Familien bekannt ist, will es nicht verlängern und die Grünen wollen den Traum auch ohne Förderung platzen und den Bau von Eigenheimen aus ökologischen Gründen – vergleichsweise hoher Flächen- und Energieverbrauch – verbieten lassen. Man müsste mal in Freiburg oder andere Hochburgen der Grünen schauen, auf wieviel Quadratmeter grünwählende Bürgerliche leben.

Die beliebteste Wohnungsgröße der Deutschen liegt nach einer aktuellen Umfrage zwischen 90 und 120 Quadratmetern und die Befragten seien bereit, dafür auch 40 Prozent ihres Einkommens auf den Tisch des Hauses zu legen. Auch bei der Fahrzeit aus dem Grünen in die Stadt ist die 40 eine Grenze. Bis zu 40 Minuten bis ins Zentrum oder bis zur Arbeitsstelle gilt der Mehrheit als akzeptabel. Und bei Homeoffice fallen auch solche Erwägungen immer weniger ins Gewicht.

Baukindergeld als Chance

Von den bereitgestellten zehn Milliarden Euro für das Baukindergeld wurden bis Januar 6,5 Milliarden abgerufen, rund 310 000 Familien beziehen den Zuschuss. Mehr als 80 Prozent davon haben ein oder zwei Kinder, die Hälfte der Kinder ist jünger als vier Jahre. Es sind junge Familien mit einem durchschnittlichen Einkommen unter 50 000 Euro pro Jahr. Diese Familien könnten in der Stadt den Wohnraum, den sie auf dem Land oder in den Außenbezirken haben, schlicht nicht bezahlen. Das Baukindergeld (12 000 Euro pro Kind über zehn Jahre, also 100 Euro pro Monat) ermöglicht familiäres Leben auch und gerade in Corona-Zeiten.

Die Lockdown-Maßnahmen verstärken den Wunsch. Es sind Erfahrungen und Sehnsüchte, die bleiben. Deshalb dürfte das Eigenheim-Thema auch ein gewichtiges Wahlkampfthema werden. An ihm wird sich ablesen lassen, was die Parteien von Familie halten, ob sie überhaupt Sinn für die Bedürfnisse von Familien haben. Das Leben auf dem Planeten ist wichtig, aber viele Familien fragen sich: Wo und wie auf diesem Planeten? Für solche Fragen haben die Toskana-Grünen und Linken wenig Verständnis.

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