Tagesposting

Gott ist immer für eine Überraschung gut

Evangelisierung in Seuchenzeiten geht gut auch per Video-Konferenzen: Wie spannend und überraschend das werden kann, zeigt ein Bericht über ein digitales Treffen von „Young Missio“, dem Katechistenkurs für Jugendliche von „YouCat“

Videokonferenz
Auch per Videokonferenz kann man über Gott und die Welt reden. "Young Missio" vermittelt dabei auch noch missionarische Fähigkeiten, um die Neuevangelisierung voranzutreiben, Oft geschieht dabei Überraschendes. Foto: Büro Watzmann, imago-images

Gott ist gewiss über Zeit und Raum erhaben, ewig und unveränderlich. Er ist aber auch reale Gegenwart und der entscheidende Mitspieler im Spiel unseres Lebens. Meine Frau und ich haben eine kleine Tradition in unser gemeinsames Morgengebet eingebaut; wir bereiten uns bewusst auf die Überraschungen vor, die Gott uns an diesem Tag bereiten wird: „Zeig uns die Türen, die du aufmachst für uns. Und gib uns sehende Augen für die Begegnungen, die du herbeiführst.“ Und dann kommen sie hereingeschneit – die denkwürdigen Überraschungen, die ungeplanten Begegnungen, die Türen, die sich plötzlich öffnen. Sie kommen wie kleine Geschenke aus dem Himmel. Wenn wir geistlich gut drauf sind, können wir sie lesen. Wenn wir nicht so gut drauf sind, sagen wir so blöde Dinge wie: „Komischer Zufall ...“.

Keiner, der dabei war,
dem nicht ein Schauder über den Rücken lief

Am vergangenen Wochenende hatten wir eigentlich gar keine Zeit für Überraschungen. Ein „Young Missio“-Zoom-Wochenende stand an. „Young Missio“ ist ein Katechisten-Ausbildungsprogramm für derzeit etwa 30 junge junge Leute. YOUCAT führt dieses Programm in Zusammenarbeit mit der Jugend 2000 und dem Geistlichen Zentrum Hochaltingen durch. Die erste Überraschung war der 87-jährige Pater Hans Buob. Vor ein paar Wochen hing sein Leben an einem seidenen Faden. Dann kam das Signal: Er lebt und wird sprechen. Und wie er sprach! Drei Vorträge zum Gebet, jeder über eine Stunde lang. Worte am Rand der Ewigkeit. Keiner, der dabei war, dem nicht ein Schauder über den Rücken lief: „Du musst dein Leben ändern!“

Kaum hatten wir uns erholt, kam die nächste Hochdosis: Andreas Sauter von Elijah 21 war zu Gast. Der ehemalige Jagdflieger und Unternehmensberater, der mit Glauben aber auch gar nichts am Hut hatte, ließ uns fühlen wie es ist, wenn man von Jesus überrascht und auf Wege geführt wird, auf die man niemals von alleine gekommen wäre. Heute wirkt er unter Muslimen, die in großer Zahl und auf unglaublichen Wegen zu Jesus geführt werden. Kaum hatten wir das verdaut, gab eine junge hübsche Frau aus dem Kurs eine Erklärung ab. Nach einer wilden Vorgeschichte mit diversen Beziehungen hat sie ihr Glück gefunden: „Ich gehe ins Kloster. Ciao! Wir bleiben verbunden!“ Kaum hatten wir das geschluckt, ging die nächste Tür auf. Wir hatten mal frech um einen Direktschalte in den Vatikan ersucht. Einfach mal mit der Zentrale sprechen! Tatsächlich, der hochrangige Vertreter (es war nicht der Papst, aber auch nicht viel darunter) lächelte in die Kamera und sprach mit den jungen Leuten von Mensch zu Mensch ...

Es geht Schlag auf Schlag und endet nicht

Und als alles vorbei war und wir gerade angefangen hatten, die Überraschungen Gottes zu verdauen, klingelte das Telefon: Hier ist die Verwandtschaft; wir sind mit dem WoMo unterwegs und könnten bei Euch für eine Nacht vorbeischauen. Zwanzig Jahre hatten wir die Leute nicht gesehen. Wo wir gerade etwas nachließen und mit aufgewärmter Vergangenheit rechneten, wurden wir belehrt und beschämt. Das Paar hat ein tolles Hilfswerk begründet und unterhält mit einer Fülle großartiger Initiativen ein Waisenhaus in Afrika. Gott ist eben immer für eine Überraschung gut.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Hier kostenlos erhalten!