Frauendiskriminierung kommt von links

Eine Linke, Frau, dunkle Hautfarbe, gute Juristin, kämpft für ein „Recht“ auf vorgeburtliche Kindstötung“ wird bejubelt und medial überhöht. Eine Rechte, konservative, Weiße, exzellente Juristin, Frau mit christlichem Wertefundament, siebenfache Mutter, die sich für das Recht auf Leben einsetzt, wird beinahe hysterisch – auch seitens der Medien - bekämpft. Ein Weckruf zum Hype um Vizepräsidentin Kamala Harris.

Kamala Harris
Die U.S. Vizepräsidentin Kamala Harris wird aus gesinnungspolitischen Gründen bejubelt: Sie ist eine Farbige mit Migrationshintergrund, eine Frau und Abtreibungsbefürworterin. Das genügt für viele Medienschaffenden, sie kritiklos zu feiern. Foto: Imago Images

Nun also Kamala Harris: Die Vizepräsidentin der USA wird seit ihrer Nominierung durch Joe Biden von den meisten Medien unkritisch und undistanziert, enthusiastisch bis ekstatisch bejubelt und schon als Nachfolgerin Bidens herbeigesehnt. Motive für die linke Kanonisierung: Geschlecht, Hautfarbe und Abstammung. Endlich eine Frau als US-Vizepräsidentin und noch dazu eine Farbige mit Migrationshintergrund! Auch die weltweite Abtreibungslobby frohlockt, propagiert die Vizepräsidentin an der Seite Bidens doch wie dieser ein „Recht auf Abtreibung“während der gesamten Schwangerschaftund die internationale Förderung der Abtreibungsindustrie mit US-Steuergeldern wie noch unter Barack Obama. Wahrscheinlich überlegt das Friedensnobelpreiskomitee schon fieberhaft, mit welcher Begründung man Harris den Friedensnobelpreis verleihen kann. Dass das auch verdiensteneutral möglich ist, hat Oslo bei Obama vorgeführt.

Vor allem die mehrheitlich links-grünen Medien in Deutschland überschlagen sich vor Begeisterung im Hype um Harris, verstehen und führen sie doch ihren Kulturkampf gegen Rechts und alles, was nicht links ist, längst als weltweiten Feldzug.

Mit bestandenem, linkem Gesinnungs-TÜV sakrosankt

Ob Hillary Clinton oder Kamala Harris, ob Angela Merkel oder Annalena Baerbock: Das Muster der Wahrnehmung und Präsentation ist stets dasselbe. Weibliche Politikerinnen und Karrierefrauen haben den linken Gesinnungs-TÜV zu absolvieren. Ist dieser Test erst absolviert, rühmt sich's gänzlich ungeniert! Die Heuchelei hat kein Limit. Alice Weidel von der AfD darf per Gerichtsurteil als „Nazi-Schlampe“ beleidigt werden und es darf ihr in Interviews nationalsozialistisches Gedankengut unterstellt werden.

Man male sich hingegen nur einmal den medialen Empörungs-Tsunami in Deutschland aus, hätte jemand die SPD-Zweitvorsitzende Saskia Esken nach ihrem Twitter-Bekenntnis zur gewaltbereiten linksextremen Antifaals „Antifa-Schlampe“ bezeichnet, was natürlich genauso unerträglich wäre, wie es diese Schmähung Weidels ist. Zweierlei Maß ist aber schon längst Programm in unseren Medien, denn die Seismographen der Entrüstung sind auf rechts geeicht.

Mainstream gegen bürgerlich-konservative Einstellung

Wie sieht es aber nun bei den Meinungsmachern in unserer deutschen demokratischen Bundesrepublik aus, wenn Erfolgsfrauen vor allem in der Politik nicht links, grün oder liberal sind? Wenn sie für den Lebensschutz ungeborener Kinder eintreten, statt für ein „Recht auf Abtreibung“ am besten bis zum Einsetzen der Wehen? Wenn sie nicht für Homo-„Ehe“, LGBT-Gleichstellungsforderungen, Gender-Gaga, Unisextoiletten und Sternchen-Sprache kämpfen, sondern für die traditionelle Familie und wertkonservative Überzeugungen und Ziele?

Amy Coney Barret ist Richterin am Obersten U.S. Gerichtshof und Mutter von sieben Kindern.
Amy Coney Barret ist Richterin am Obersten U.S. Gerichtshof und Mutter von sieben Kindern. Eine „Powerfrau“, doch als ko... Foto: Imago Images

Wenn für sie Mutterschaft und Mutterrolle genauso wertvoll und wichtig sind wie Beruf und Karriere? Wenn sie auch Frauen und Eltern fördern wollen, die ihre Kinder in den ersten Jahren selbst zu Hause erziehen – und diese sogar selbst entscheiden lassen wollen, welchen Weg sie wählen? Wenn sie Kinder zum Lebenseinstieg am besten in funktionierenden Familien aufgehoben sehen, statt schon in Krippen die ideologische Lufthoheit über die Kinderseelen erlangen zu wollen? Wenn sie gar statt linker 68er-Multikulti-Visionen oder der marxistischen Ideologie des Internationalismus dezidiert christliche Prägungen aufweisen?

„Kriterium ist stets die Gesinnung:
Die richtige wird goutiert, jede andere guillotiniert.“

Wenn sie gar praktizierende Christinnen sind – und zwar nicht vom modernistischen katholischen „Reformflügel“ oder aus grünen Kirchentags-Kreisen, sondern traditionell, romtreu oder evangelikal? Wenn sie nach der Sozial-, Sicherheits- und Kulturverträglichkeit der Zuwanderung hunderttausender junger Männer aus Afrika sowie dem Nahen und Mittleren Osten nach Deutschland fragen oder nach der Sinnhaftigkeit des Familiennachzugs muslimischer Großfamilien und dessen Auswirkung auf die Finanzierbarkeit der Sozialsysteme? Oder wenn sie es selbst geschafft haben, Beruf, Karriere und eigene Kinder gut unter einen Hut zu bringen?

Dann gibt es Saures statt Süßes, und das nicht nur an Halloween. Denn die Frauenfreund*innen beiderlei Geschlechts freuen sich beileibe nicht über alle Frauen. Und darin steckt die wahre Diskriminierung: Linke und liberale Politikerinnen und Karrierefrauen werden hofiert und hochgejubelt, konservative und christliche bekämpft, diffamiert und ausgebuht. Zur schlimmsten frauenverachtenden Diskriminierung schweigen die Berufs-, Polit-, Medien- und Funktionärsfeminist*innen freilich traditionell: der jährlich millionenfachen Abtreibung von Mädchen weltweit nur aufgrund ihres weiblichen Geschlechts.

Scharfes Kreuzfeuer in deutschen Medien

Dafür wurde der Tod der linksliberalen US-Richterikone und Propagandistin des „Rechts auf Abtreibung“ und der Homo-Ehe, Ruth Bader Ginsburg, fast wie der Tod eines Papstes zelebriert. Die von Präsident Trump durchgesetzte konservative Nachfolgerin Amy Coney Barret wiederum stand als praktizierende Katholikin und Lebensschützerin bei den deutschen Medien noch schärfer im Kreuzfeuer der Kritik als im US-Parlament, wo die Anhörung auch mehr ein inquisitorisches Verhör war. Wertkonservative Christinnen gelten im linken Lager per se als fundamentalistisch, rechtspopulistisch und trotz ihres Geschlechts explizit frauenfeindlich.

 

Die Linken legen in bester totalitärer Tradition und Manie(r) fest, wie Frauen zu denken haben. Und sie schaffen es mit all ihren Famuli in den Medien regelmäßig, ihre ureigenen politischen Narrative und Postulate gesellschaftlich zu implementieren und ihre ideologischen Ziele als zeitgemäße wie unwiderrufliche soziale und politische Wirklichkeit zu propagieren und zu verordnen, hinter die man niemals „zurückkönne“. So entstand auch jene rot-rot-grüne Hegemonie und Monokultur im politischen Diskurs. Wer Meinungen außerhalb dieses engen Gesinnungskorridors vertritt, wird sofort öffentlich als Vertreter der „neuen Rechten“ gebrandmarkt und stigmatisiert.

Blüten des Gesinnungsjournlismus

Kriterium ist stets die Gesinnung: Die richtige wird goutiert, jede andere guillotiniert. Und dabei wird vieles vergessen. So stellten die konservativen Republikaner in den USA mit Colin Powell den ersten farbigen Außenminister (2001–2005), anschließend mit Condoleeza Rice die erste Farbige in diesem Amt (2005–2009). Und mit Sarah Palin hatten die US-Amerikaner zudem dank den ach so frauenfeindlichen Republikanern 2008 erstmals die Möglichkeit, eine Frau als Vizepräsidentin zu wählen. Doch sie war natürlich für die deutschen Medien erzkonservativ und dadurch ganz und gar böse; und sie hatte für eine Karrierefrau zu viele Kinder, woraufhin der „Spiegel“ sie als „Ur-Weib mit Jagdgewehr“ bezeichnete. Gesinnungsjournalismus macht einfach Spaß.


Der evangelisch-lutherische Theologe und Publizist Dr. Jürgen Henkel ist Pfarrer der Bayerischen Landeskirche in Selb und seit 1986 CSU-Mitglied. Er ist Bezirksvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises/EAK der CSU Oberfranken.

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