Vatikanstadt

Eine persönliche Erinnerung an Johannes Paul II.

Am 18. Mai jährt sich der Geburtstag von Karol Wojtyla alias Papst Johannes Paul II. zum 100. Mal. Der katholische Publizist Martin Lohmann erinnert sich an den Papst aus Polen.

Karol Wojtyla alias Papst Johannes Paul II.
Martin Lohmann ist überzeugt: "Für Johannes Paul II. gab es kein Abschneiden des Lebens von Wahrheit und Freiheit." Foto: epa ansa/ Nicholas Kamm (ANSA)

Am 18. Mai jährt sich der Geburtstag von Karol Wojtyla alias Papst Johannes Paul II. zum 100. Mal. Der katholische Publizist Martin Lohmann erinnert sich in der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ in einem persönlich gefärbten Essay an den Papst aus Polen. 

Man begegnete einer großen Persönlichkeit

So schreibt Lohmann: „In der persönlichen Begegnung war jedes Mal die Aura eines sensiblen, hellwachen, geistreichen, interessierten, geist- und herzgroßen sowie gottvertrauten Mann Gottes spürbar. Man begegnete einer großen Persönlichkeit. Der Gesegnete vermittelte seinem Gegenüber Segen. Auf der Suche nach dem Quell der vielfältigen Dynamik einer derart begabten angstfreien und entschiedenen Person, die als Stellvertreter Christi auf Erden bis zum letzten Atemzug treu den empfangenen Auftrag ausführte, wäre es wenig überraschend, den liebenden und beauftragenden Gott zu nennen.“

Lohmann weiter: „Der Pole auf der Cathedra Petri, der die Tyrannei selbst erlebt hatte und als Philosoph und Theologe nicht satt werden konnte beim Nachspüren dessen, was den Menschen ausmacht und auszeichnet, verband seine marianische Treue zum Gottessohn als das große M unter dem Kreuz mit der intellektuellen Redlichkeit eines Gelehrten, der anderen zu deren Wohl das Erkannte weiterreichen wollte. Die sich als süße und lockende Speise tarnende tödliche Unlogik einer gottlosen sogenannten Aufgeklärtheit schmerzte ihn. Nicht nur im persönlichen Gespräch blitzte bei aller Hoffnungsstärke und aller Geborgenheit in Gott eine – freilich angstfreie und daher nicht lähmende – Sorge um suizidale Entwicklungen der Menschheit in seinen Gesichtszügen auf. Er konnte und wollte nicht ruhen, die Wahrheit zu verkünden, die Freiheit zu beleuchten und das Leben zu schützen.“ 

Drei Begriffe bringen seine "ruhelose Sehnsucht" zum Ausdruck

Vor allem drei Begriffe, erläutert der bekannte Publizist und Buchautor, könnten die „ruhelose Sehnsucht“ bei Johannes Paul II. zum Ausdruck bringen: „Leben. Wahrheit. Freiheit.“

Martin Lohmann ist überzeugt: „Für Johannes Paul II. gab es kein Abschneiden des Lebens von Wahrheit und Freiheit. Wo er den einen Begriff nannte, schwangen die beiden anderen stets mit. Freiheit war für ihn das Gegenteil von Willkür. Freiheit war für ihn – etwa im Blick auf die Ehe als Abbild der Liebe Gottes zu seiner Kirche – eine Entscheidung aus Freiheit in Liebe für die Treue der Verantwortung. Nicht zuletzt jungen Menschen genau dies immer wieder – zum Beispiel bei den Weltjugendtagen, zu denen er Millionen anzog – erklärend zu schenken, beseelte ihn auch noch als betagter und von Krankheit gezeichneter Apostel des Lebens. Die Freiheit sei eine Gabe des Schöpfers, bedeute aber niemals Willkür.“

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