Köln

Ein Katholik in Hollywood

Zum 80. Geburtstag: Der Schauspieler Martin Sheen engagiert für die Umwelt und gegen den Krieg.

Martin Sheen, Katholik in Hollywood
Der Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Ramón Estévez heißt, wählte seinen Künstler-Namen Martin Sheen als Hommage an den bekannten Erzbischof Fulton Sheen. Foto: Richard Shotwell (Invision)

International bekannt wurde Martin Sheen als Captain Benjamin Willard in Francis Ford Coppolas „Apokalypse Now“ (1979), einer freien Adaption von Joseph Conrads „Herz der Finsternis“. Willard soll den im Vietnam-Krieg wahnsinnig gewordenen Colonel Kurtz töten, der in Kambodscha wie ein König über eine Anhängerschar herrscht. Obwohl Kurtz von keinem Geringeren als Marlon Brando dargestellt wurde, war Sheens Charakter als Erzähler die Hauptfigur.

Der Schauspieler nannte sich nach Erzbischof Sheen

Am 3. August 1940 als Sohn eines Spaniers und einer Irin in Ohio geboren, übernahm Ramón Estévez seinen Künstler-Namen Martin Sheen als Hommage an den bekannten Erzbischof Fulton Sheen, dessen Seligsprechung bevorsteht. Denn Martin Sheen gehört zu einer kleinen Minderheit in Hollywood: Wie auch sein ältester Sohn, der Schauspieler und Regisseur Emilio Estévez, ist Martin Sheen bekennender Katholik.

Dies wird beispielsweise deutlich im Spielfilm „Dein Weg“ („The Way“, DT vom 21.6.2012), bei dem sein Sohn Emilio Regie führt. Denn im Unterschied zu manch anderem Film über den Jakobsweg unterstreicht „Dein Weg“ die religiösen Beweggründe der Pilger und die spirituell verändernde Kraft des Jakobswegs. Unter der Regie seines Sohnes Emilio Estévez hatte Sheen ebenfalls in „Bobby – Sie alle hatten einen Traum“ (DT vom 08.3.2007) über die Ermordung Robert Kennedys im Juni 1968 in Los Angeles gespielt. Martin Sheen hat aber auch mit den bekanntesten Regisseuren Hollywoods gearbeitet, etwa mit Steven Spielberg („Catch Me If You Can“, DT vom 30.1.2003), Martin Scorsese („Departed – Unter Feinden“, 2006) oder Oliver Stone („Wall Street“, 1987).

Solide Arbeits- und Familienwerte

In Stones Film verkörpert Martin Sheen die einzige moralisch integre Figur, den Gewerkschaftler Carl Fox, der mit allen Mitteln versucht, seinen Sohn Bud (gespielt von Sheens jüngstem Sohn Charlie Sheen) aus den Fängen des zynischen Wall-Street-Maklers Gordon Gekko herauszuholen. Carl Fox' Auffassung über solide Arbeits- und Familienwerte kontrastiert mit einer Finanzwelt, die auf möglichst schnelle Art ein Leben in Luxus und Macht erreichen will.

Martin Sheen ist darüber hinaus auch für sein soziales Engagement bekannt, das er bei Dorothy Days „Katholischer Arbeiterbewegung“ begann. Außer für den Umweltschutz und in der Antikriegsbewegung setzte er sich beispielsweise für die Opfer des Völkermords von Darfur ein. Im Jahre 2008 forderte Sheen in Fernseh- und Radiospots die Bewohner des Bundesstaates Washington auf, gegen ein Sterbehilfe-Gesetz zu stimmen. Im selben Jahr erhielt er für sein humanitäres Engagement die „Laetare-Medaille“, die seit 1883 von der University of Notre Dame für herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft verliehen wird, welche „die Ideale der Kirche veranschaulichen und einen Beitrag zum Erbe der Menschheit leisten“.

Am 3. August wird Martin Sheen 80 Jahre alt.

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