Los Angeles

DER DICKE HUND: Disney beugt sich der LGTBQ-Lobby

Symbolbild: LGTBQ-Lobby
Seit Jahren bestürmt die LGTBQ-Lobby Disney und Pixar. In deren Filmen sollen mehr Menschen mit nicht hetrerosexuellem Lebensentwurf vorkommen. Foto: Patrick Seeger (dpa)

Seit Jahren versucht die LGTBQ-Lobby, „queere“ – homosexuelle, bisexuelle, „nicht-binäre“ und transsexuelle – Charaktere in Kinder-Filme und -Serien des Animationsriesen Disney hineinzuschreiben.

Nun spielt erstmals eine bisexuelle Figur die Hauptrolle in einer Disney-Kinderserie: In einer aktuellen Folge von „The Owl House“ („Willkommen im Haus der Eulen“), die allerdings bisher nur auf dem Disney Channel läuft, verliebt sich die 14-jährige Luz Noceda in ein Mädchen namens Amity, nachdem sie vorher mit Jungs angebandelt hatte.

Die Studioleitung fördert nichtheterosexuelle Präferenzen sehr

Für die Handlung der Folge zeichnet Drehbuchautorin Molly Ostertag verantwortlich, die „Frau“ von Noelle Stevenson. Stevenson hat wiederum „She-Ra and the Princesses of Power“ für DreamWorks/Netflix entwickelt, die als Paradebeispiel für eine lesbische Animationsserie gilt. „The Owl House“-Entwicklerin Dana Terrace: „Ich bin bi! Ich möchte eine Bi-Figur schreiben, verdammt! Zum Glück hat sich meine Sturheit ausgezahlt und jetzt werde ich SEHR von der aktuellen Disney-Führung unterstützt.“ Eine erste lesbische Figur tauchte im Film des zum Disney-Konzern gehörenden Animationsstudios Pixar „Onward: Keine halben Sachen“ (DT vom 5. März) in der Zyklop-Polizistin Specter auf, allerdings lediglich am Rande und nur in einer kurze Szene. Der eigentliche Dammbruch bei Pixar erfolgte kürzlich (DT vom 20. Juli) mit dem Kurzfilm „Out“, in dem erstmals in einem Pixar-Film die Protagonisten ein Homosexuellen-Paar sind.

Nun beugt sich der Mutterkonzern Disney selbst den Forderungen der LGTBQ-Lobby. Denn deren erklärtes Anliegen heißt, für mehr „Sichtbarkeit“ zu sorgen, also auch in der Fiktion positiv dargestellt zu werden. Dies geht Hand in Hand mit der Forderung der „Gay and Lesbian Alliance Against Defamation“ („Schwul-Lesbisches Anti-Diffamierungs-Bündnis“) GLAAD, dass bis 2025 zwanzig Prozent aller Fernsehcharaktere LGTBQ-Figuren sein sollen. Dieser Strategie folgen inzwischen die bekanntesten Streaming-Plattformen Netflix, Amazon Prime Video und Apple TV+ ... und jetzt auch Disney.

Die Eisprinzessin als Lesbe?

Wegen des großen Einflusses auf Kinder und Jugendliche scheint Disney ein erstrebenswertes Ziel für die LGTBQ-Lobby zu sein, die seit Jahren „queere“ Figuren in Disney-Kinderfilmen und -serien beansprucht. Das erwähnte Schwul-Lesbisches Bündnis GLAAD hatte etwa mit dem Hashtag #GiveElsaAGirlFriend eine Kampagne in den sozialen Netzwerken gestartet, damit sich die Protagonistin des Disney-Animationsfilms „Die Eiskönigin–völlig unverfroren“ („Frozen“, 2013) als Lesbe outen sollte.

Zwar erfüllte sich der GLAAD-Wunsch in der Fortsetzung „Die Eiskönigin 2“ („Frozen II“, 2019) nicht. In letzter Zeit kommt jedoch nicht nur bei „Pixar“, sondern auch bei den ebenfalls zu Disney gehörenden Sparten „Star Wars“ und „Marvel“ eine größere „Diversität“ und sogenannte „identitäre Vielfalt“ vor, die gewisse Ambivalenzen zulassen, so etwa im letzten Star Wars-Film „Der Aufstieg Skywalkers“ in der besonderen Beziehung zwischen Poe und Finn oder in der flüchtigen Kussszene zwischen zwei lesbischen Widerstandkämpferinnen.

Dass nun aber eine lesbische Beziehung nicht nur am Rande eines Films oder einer Serienfolge einer Disney-Sparte, sondern im Mittelpunkt einer Animationsserie des ehemals Familienstudios Disney steht, und sich eine solche Serie der Handlung und der Zeichnung nach offenkundig an Kinder ab etwa sechs Jahren richtet, ist ein dicker Hund.

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