„Weltbild“ wird kirchliche Stiftung

Die Verlagsgruppe Weltbild wird nicht verkauft, sondern in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts überführt. Die Gesellschafter beschlossen am Dienstag, sämtliche Anteile an dem Unternehmen in eine noch zu gründende Stiftung einzubringen, die dann alleiniger Gesellschafter sein wird, wie Aufsichtsratschef Peter Beer am Donnerstag in Augsburg bestätigte. Die bisherigen Eigentümer verzichteten auf Verkaufserlöse und zukünftige Gewinnausschüttungen, so der Münchner Generalvikar. Die Stiftung werde ausschließlich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen. Einzelheiten würden in den nächsten Monaten geklärt. Der Vorsitzende der Weltbild-Geschäftsführung, Carel Halff, begrüßte die Entscheidung auch im Namen der Mitarbeiter. „Die Stiftungslösung gibt dem Unternehmen eine gute Stabilität und Perspektive angesichts der Umbruchsituation im Buchmarkt.“ Weltbild könne nun „mit der nötigen langfristigen Perspektive den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen“. Halff sagte der KNA, er gehe davon aus, dass er weiter Vorsitzender der Geschäftsführung bleiben werde. Die Stiftung biete „neue Möglichkeiten zur Profilbildung“. Weil es dann nur noch einen Gesellschafter gebe, würden auch die Willensbildung leichter und die Entscheidungswege kürzer. Weltbild gehört zwölf katholischen Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Mit einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro, 6 400 Mitarbeitern und mehr als drei Millionen Kunden zählt der Konzern zu den europäischen Branchenriesen. Unter dem Eindruck einer öffentlichen Debatte über den Vertrieb erotischer und esoterischer Produkte hatten die Gesellschafter Ende November 2011 zunächst beschlossen, Weltbild zu verkaufen. Auch wurde der Aufsichtsrat neu besetzt. Daraufhin sorgten sich die Weltbild-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Nach der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Regensburg bestätigte deren Vorsitzender, Erzbischof Zollitsch, Anfang März dieses Jahres, dass auch eine Stiftungslösung erwogen werde. DT/KNA