Weltbild wirbt in TV-Spots um Vertrauen

Die insolvente Verlagsgruppe Weltbild will mit einer großen Werbekampagne im Fernsehen Kunden gewinnen. In den Spots unter dem Motto „Unser Weltbild – Ihr Vorteil“ treten Beschäftigte des kirchlichen Medienunternehmens auf, wie Weltbild am Mittwoch in Augsburg mitteilte. Die Idee dazu sei aus der Belegschaft gekommen. „Viele Mitarbeiter wollen sich einbringen und auf diesem Weg selbst zu den Kunden sagen: Wir sind für Sie da – und wir sind gerne für Sie da“, wird Betriebsratsvorsitzender Peter Fitz zitiert. Die Kampagne mit über 1 300 Spots läuft bis zum 9. Februar auf 22 Sendern, darunter große private TV-Anstalten sowie frequenzstarke Klein- und Spartensender. – Im Zuge der Weltbild-Insolvenz gibt es einem Bericht zufolge neuen Streit zwischen der katholischen Kirche und dem Weltbild-Partner Hugendubel. Laut Darstellung der „Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag) steht eine vergangene Woche vom Erzbistum München und Freising für den Buchhändler Hugendubel kurzfristig zugesagte Geldspritze von 20 Millionen Euro wieder auf der Kippe. Grund seien Meinungsverschiedenheiten über die Umsetzung eines Rettungsplans für die von Hugendubel und Weltbild gemeinsam betriebene Buchhandelskette DBH mit ihren über 300 Filialen. Mit dem kirchlichen Kapital sollte eine drohende Folgeinsolvenz der DBH mit ihren mehr als 3 000 Mitarbeitern abgewendet werden. Ziel war, Hugendubel zu ermöglichen, sein Geschäft aus dem Verbundunternehmen herauszulösen. Dies war schon im vergangenen Herbst angepeilt, dann aber durch den Weltbild-Insolvenzantrag am 10. Januar vereitelt worden. Die erste Hälfte des Betrags habe das Erzbistum Hugendubel bedingungslos zur Verfügung gestellt, heißt es in der Zeitung. An die zweite Tranche, die in wenigen Wochen ausbezahlt werden solle, knüpfe die Kirche aber Bedingungen, die Hugendubel abweichend von einer bisherigen Vereinbarung nicht mehr erfüllen wolle. So sei der Münchner Buchhändler nicht mehr bereit, auch Weltbild-Plus-Filialen weiterzuführen. Der Sprecher des Erzbistums, Bernhard Kellner, erklärte auf Anfrage, der Sachverhalt sei sehr komplex. Der Münchner Generalvikar und Weltbild-Aufsichtsratschef Peter Beer führe derzeit Gespräche. Beer sei „guter Dinge, dass sie zu einem positiven Ausgang geführt werden können“. DT/KNA