New York

USA: Die (Transgender)-Revolution frisst ihre Kinder

Diskriminierungen aller Art vermeiden zu wollen, scheint in einer modernen Gesellschaft nur allzu gerechtfertigt zu sein. Was aber geschieht, wenn eine scheinbare Nicht-Diskriminierung der einen zur Benachteiligung der anderen führt?

100 Meter-Lauf
Wie das US-Magazin National Review berichtet, haben zwei junge Männer, die sich als „Transgender identifizieren“, 2018 bei Leichtathletikmeisterschaften für Frauen im 100 Meter-Lauf den ersten und zweiten Platz errungen. Dagegen klagen nun drei Leichtathletinnen. Symbolbild: 100 ... Foto: Daniel Karmann (dpa)

Es kommt, wie es kommen musste. Seit Jahren beteiligen sich sogenannte „Transfrauen“ (Männer, die sich als Frauen „fühlen“ und oft weibliche Hormone nehmen) an sportlichen Wettkämpfen für Frauen – und gewinnen sie. Nun klagen drei junge Mädchen aus Connecticut mit ihren Eltern gegen eine Übervorteilung durch Transgenderpersonen. 

Wie das US-amerikanische Politikmagazin National Review berichtet, hatten zwei junge Männer, die sich als „Transgender identifizieren“, 2018 bei Leichtathletikmeisterschaften für Frauen im 100 Meter-Lauf den ersten und zweiten Platz errungen. Ihre Teilnahme an dem Turnier „beraubte nicht nur junge Frauen ihres rechtmäßigen Anspruches auf einen Sieg, sondern hinderte auch andere daran, sich überhaupt erst für die New England Championships zu qualifizieren“. Nun strengen drei dieser ausgebooteten Highschool-Leichtathletinnen gemeinsam mit ihren Eltern einen Prozess gegen die Connecticut Interscholastic Athletic Conference (CIAC) an.

Beschwerde beim Bildungsministerium eingelegt

Schon im vergangenen Juni hatten die Sportlerinnen eine Beschwerde beim Bildungsministerium eingereicht. Doch jetzt, „da Transgender-Aktivisten ihren Einfluss landesweit ausbauen“, bemühten sie sich um ein rascheres gerichtliches Einschreiten. Ihre Anwälte argumentieren, „dass die Richtlinien der CIAC gegen Title IX verstoßen“. Bei dem 1972 in Kraft getretenen „Title IX“ handelt es sich um einen Rechtsanspruch, der sicherstellen soll, dass „keine Person in den USA aufgrund ihres Geschlechts von der Teilnahme an Erziehungsprogrammen ausgeschlossen werden bzw. die Vorteile solcher Programme vorenthalten bekommen, sofern das Programm finanziell von der Bundesregierung unterstützt wird“. Für den Sport bedeutet das, dass Frauen gegenüber Männern Chancengleichheit eingeräumt werden müsse. Zwischen 1972 und 2011 führte das zu einer Steigerung der weiblichen Teilnahme am Highschool-Wettkampfsport von anfangs 250.000 bis auf 3.250.000 Schülerinnen. 

Nun aber bedrohen neue Transgender-Richtlinien die Teilnahme von Frauen und Mädchen am Sport. Der National Review führt dazu aus: „Die Regeln der CIAC für Transgender ermöglichen einer Person so lange gegen das andere Geschlecht zu konkurrieren, wie ihre verkündete Gender-Identität die gleiche ist, mit der sie sich in der Schule präsentiert“. Seit dem Erlass der Richtlinien im Jahr 2017 hätten die beiden besagten Läufer 15 Landesmeisterschaftstitel gewonnen, die eigentlich jungen Frauen zugestanden hätten. Und bei über 85 Fällen verhinderten sie, dass sich Athletinnen für höherrangige Wettbewerbe qualifizieren. All das geschah nur in Connecticut. Es gebe 19 weitere Staaten mit ähnlichen Richtlinien.

"Frauensport soll Frauensport bleiben"

Es sei offensichtlich, stellt der National Review fest, dass Männer aufgrund ihres männlichen Körperbaus (beispielsweise ein größeres Herz, größere Lungen und größere Muskelmasse) im Allgemeinen schwerer, größer, schneller und stärker als Frauen sind. Und aufgrund von Veränderungen in der Pubertät (etwa ein höherer Körperfettanteil und breitere Hüften) sind Frauen im Allgemeinen kleiner, leichter, langsamer und schwächer als Männer. Wie die Klageschrift in Connecticut betont, sind diese Aussagen „keine Stereotypen“ oder „soziale Konstrukte“, sondern vielmehr „unausweichliche biologische Fakten der menschlichen Spezies“. 

Daher sollten, so der National Review, „die Highschool-Mädchen in Connecticut für ihren Mut gelobt werden. Aber es ist absurd und ungerecht, dass ihre Gegenwehr überhaupt nötig ist. Frauensport sollte Frauensport bleiben“.

DT/KS

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