Washington

USA: Abtreibungsgegner finden immer mehr Gehör

Wenn es um das Lebensrecht ungeborener Kinder geht, stellen sich die USA seit langem taub. In mehreren US-Bundesstaaten sorgen Lebensrechtler jetzt für Hörhilfen: Und zwar durchaus im doppelten Wort-Sinn.

Abtreibungsgegner in den USA im Aufwind
Seit der Gerichtsentscheidung Roe vs. Wade liefern sich Lebensrechtler und Abtreibungslobby in den USA einen veritablen Kulturkampf. Foto: Shawn Thew (EPA)

Die USA hören schlecht. US-amerikanische Lebensrechtler wollen dies ändern. Und sie finden tatsächlich Gehör. Mit steigender „Frequenz“. Allein in diesem Jahr haben mit Georgia, Mississippi und Ohio drei US-Bundestaaten sogenannte „Heartbeat-Bills“ durch beide Kammern der Parlamente gebracht. Die sogenannten „Herzschlag-Gesetze“ verbieten Ärzten die Vornahme vorgeburtlicher Kindstötungen, sobald der Herzschlag eines Kindes feststellbar ist.

Liberales Abtreibungsgesetz dank „Roe versus Wade“

In der Regel ist das heute in der sechsten Woche der Fall. Zu diesem Zeitpunkt wissen viele Frauen noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Derzeit verfügen die USA über eine der liberalsten Abtreibungsgesetzgebung der Welt. Der Grund: Am 22. Januar 1973 entschied der Supreme Court, der Oberste Gerichtshof der USA, in seinem Urteil „Roe versus Wade“, dass Abtreibungen in den USA von dem Recht auf Privatheit gedeckt seinen. Unter Berufung auf den 14. Zusatzantrag zur US-amerikanischen Verfassung gestanden die auf Lebenszeit gewählten Obersten Richter den Bundesstaaten jedoch das Recht ein, Abtreibungen ab dem Zeitpunkt zu rechtlich regulieren, zu dem ein ungeborenes Kind die „Fähigkeit zu einem sinnvollen Leben außerhalb des Mutterleibs“ besitzt.

„March for Life“ am Jahrestag des Urteils

Seitdem liefern sich Lebensrechtler und Abtreibungslobby in den USA einen veritablen Kulturkampf. So findet der jährliche „March for Life“ (dt.: Marsch für das Leben), regelmäßig am Jahrestag des Urteils „Roe versus Wade“ statt. Wenn Sie wissen wollen, wer die Idee zu den „Heartbeat-Bills“ hatte, welche Strategie US-amerikanische Lebensrechtler mit ihnen verfolgen und wie die US-amerikanische Abtreibungslobby darauf reagiert, dann sollten Sie die aktuelle Ausgabe der "Tagespost" lesen. Dort beantwortet Bioethik-Sonderkorrespondent Stefan Rehder all diese Fragen und einige andere mehr.

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DT