Strassburg regt Aufspaltung von Suchmaschinen an

Google gerät ins Visier des Europaparlaments: Die Abgeordneten haben eine Aufspaltung von Suchmaschinen-Betreibern ins Spiel gebracht. Falls nötig, sollten Suchdienste von anderen kommerziellen Dienstleistungen getrennt werden, verlangten die Abgeordneten in einem am Donnerstag in Straßburg verabschiedeten Entschluss. Konkrete Folgen hat das mit großer Mehrheit verabschiedete Papier nicht, es ist vielmehr als politische Stellungnahme zu verstehen. Gleichzeitig befeuert es aber die Debatte um die Marktmacht des Suchgiganten Google – der dabei namentlich nicht genannt wird. Google hat nach EU-Angaben in einigen europäischen Ländern einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent und steht nach Beschwerden von Konkurrenten im Mittelpunkt von Wettbewerbsermittlungen. In den USA löste der Vorstoß des Parlaments Alarm aus. Einflussreiche Abgeordnete des amerikanischen Kongresses zeigten sich in einem Brief an EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) „alarmiert“. Auch einigen EU-Parlamentariern geht das Ganze zu weit. In ihrem Entschluss forderten die EU-Volksvertreter, die Suchergebnisse sollten „frei von Verzerrungen und transparent“ sein. Zudem müssten die EU-Wettbewerbsregeln umgesetzt werden. Damit wandten sich die Abgeordneten auch an die EU-Kommission, die seit längerem gegen Google ermittelt. Google steht in Europa in Verdacht, eigene Spezialdienste wie den Kartendienst Maps, Preisvergleiche oder die Suche nach Hotels und Restaurants ungebührlich zu bevorzugen. DT/dpa