Schriftsteller Erich Kock mit 90 Jahren gestorben

Der Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist Erich Kock ist in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 90 Jahren in Köln gestorben, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) aus seinem persönlichen Umfeld erfuhr. Der aus dem Münsterland stammende Publizist veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, Biografien, Kurzgeschichten, Dokumentationen, Filme und Hörfunkbeiträge. Von 1961 und 1968 war der Katholik und Wahlkölner Sekretär des späteren Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll. Danach engagierte er sich über mehrere Jahre publizistisch bei der Caritas. Kock wurde am 19. September 1925 in Münster geboren. In der Kriegsgefangenschaft in Chartres begann er im „Stacheldraht-Seminar“ unter Leitung des Abbe Franz Stock das Studium der katholischen Theologie, Philosophie und Germanistik. Ab den 1950er Jahren war er als Journalist für Zeitungen, Zeitschriften und später für Rundfunk und Fernsehen tätig. Er machte mehr als 100 Filme zu theologischen, kunst- und zeitgeschichtlichen Themen. 1977 erhielt Kock den Katholischen Journalistenpreis und 1990 den „Silbernen Brotteller“ des Deutschen Caritasverbandes. Kocks literarisches Werk reicht von Büchern über seine westfälische Heimat, sein geliebtes Flandern, die Aufarbeitung der Nazi-Diktatur bis hin zu Biografien und großen Essays über Persönlichkeiten der Geschichte und Gegenwart wie Heinrich Böll, Julien Green, Reinhold Schneider, Dompropst Bernhard Lichtenberg, Abbe Franz Stock oder Franziska Schervier. Mit Nelly Sachs, Julien Green, Robert Spaemann, Ernst Jünger, Lew Kopelew, Gabriel Marcel, Josef Pieper und dem emeritierten Papst Benedikt XVI. verbanden ihn intensive Briefwechsel. DT/KNA