Salafisten buhlen im Internet um Jugendliche

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) versucht nach Beobachtungen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes zunehmend, über Propagandavideos junge Menschen zu radikalisieren. „Die Rekrutierungsquelle Nummer eins ist das Internet“, so NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) in Düsseldorf. Der „aggressive und hochprofessionelle“ Propagandaapparat des IS agiere über das Internet „bis hinein in die Kinder- und Jugendzimmer“. In den Videos riefen die Salafisten zur Gewalt gegen Ungläubige und zur Teilnahme am Dschihad auf, dem sogenannten Heiligen Krieg. Um die „manipulativen Tricks“ zu entlarven, so Jäger, sei eine breit angelegte Aufklärung notwendig. Dazu habe die NRW-Regierung jetzt die Broschüre „Extremistischer Salafismus als Jugendkultur – Sprache, Symbole, Style“ herausgegeben. Darin werde der salafistische Kodex erstmals für Außenstehende detailliert erläutert. Die „eindeutig extremistischen“ Propagandavideos wirkten gerade auf Jugendliche „stark radikalisierend“, sagte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier. In den „Droh- und Rekrutierungsvideos“ werde der gewaltsame Kampf als „Glaubenspflicht“ dargestellt. Die Palette reiche von der Missionierung bis hin zu „hassstiftenden und gewaltverherrlichenden Predigten“. Sie zeigten neben einer angeblichen Familien-Idylle in muslimischen Bürgerkriegsländern auch Enthauptungsszenen. Durch Manipulation werde den Jugendlichen vom IS „falsches Selbstbewusstsein und weltfremder Stolz“ vermittelt. DT/dpa