PEN-Verbände streiten

Es geht um die Nazivergangenheit der Schriftstellervereinigungen

Zwischen den Autorenverbänden herrscht Streit wegen der NS-Vergangenheit. Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland wirft dem deutschen PEN „Geschichtsfälschung“ im Umgang mit der eigenen Geschichte während der Nazi-Zeit vor. Der deutsche PEN behaupte in einer Pressemitteilung, er sei um 1933 aufgelöst worden, kritisierte Auslands-PEN-Präsident Günter Kunert am Dienstag.

Tatsächlich habe sich der Verband aber von den Nazis gleichschalten lassen, habe unliebsame Autoren ausgeschlossen und sei von sich aus aus dem Internationalen PEN-Zentrum ausgetreten. „Geschichtsfälschung ... ist eine deutsche Spezialität. Aber dass sie immer noch und ausgerechnet vom deutschen PEN praktiziert wird, ist eine Schande“, so Kunert.

Der Geschäftsführer des PEN-Zentrums Deutschland, Herbert Wiesner, wies die Kritik zurück.

Das PEN-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland versteht sich als der rechtmäßige Nachfolger des sogenannten Exil-PEN, den von den Nazis verfolgte deutsche Autoren 1934 gründeten. DT/dpa