Monika Grütters wird Kulturstaatsministerin

Monika Grütters (CDU) ist künftig das wichtigste kulturpolitische Scharnier zwischen dem Bund und seiner Hauptstadt. Sie wird neue Kulturstaatsministerin in der großen Koalition. Grütters ist eine der engagiertesten Fürsprecherinnen für die Unterstützung bedeutender Kulturprojekte im chronisch klammen Berlin. Der 51-Jährigen werden gute Kontakte zu Bundeskanzlerin Angela Merkel nachgesagt, für die Grütters auch mal erstklassige Theaterabende arrangiert. Diese Verbindung könnte ihr jetzt auch beim Aufstieg hilfreich gewesen sein. Ebenso gut versteht sich die liberale CDU-Politikerin mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), mit dem sie die Begeisterung für Kultur und Kunst teilt. Parteipolitisch musste da mancher Strauß ausgefochten werden. Nun können beide in großen Koalitionen im Land wie im Bund an einem Strang ziehen, wenn es gilt, Kultur von nationalem Rang in Berlin zu fördern.

Die CDU-Politikerin ist in der Landespolitik bestens vernetzt. Sie saß vor ihrer Wahl in den Bundestag 2005 zehn Jahre lang im Berliner Abgeordnetenhaus und ist erste Stellvertreterin des Berliner CDU-Vorsitzenden Frank Henkel. Schon im Landesparlament war Grütters die versierte Kultur- und Wissenschaftsexpertin der CDU-Fraktion. Aus den langjährigen Machtkämpfen in der Berliner CDU hielt sich die Honorarprofessorin an der Freien Universität Berlin immer heraus. In der Partei galt sie deshalb als wenig durchsetzungsstark. Das Machtgeklüngel lag Grütters nicht. Als Vorsitzende des Kulturausschusses des Bundes – das Amt übernahm sie 2009 – lagen ihr besonders die Sachauseinandersetzungen. Die Stiftungsvorsitzende „Brandenburger Tor“ kennt sich in der nationalen Kulturpolitik ebenso gut aus wie in der internationalen. Grütters wurde im westfälischen Münster geboren und machte ihr Abitur am Bischöflichen Mädchengymnasium. Nach dem Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Politikwissenschaft in Bonn und Münster arbeitete Grütters als Sprecherin der Oper Bonn, des Museums für Verkehr und Technik Berlin, in der Verlagsgesellschaft Bouvier und der Senatsverwaltung für Wissenschaft in Berlin. 1995 zog Grütters ins Abgeordnetenhaus ein, 2005 in den Bundestag. Seit 2009 ist sie Berliner CDU-Spitzenkandidatin. DT/dpa