Mit satanischen Versen die Massen betäuben

Erst kürzlich in Paris: „Eagles of Death Metal“ suchen ihren Erfolg im Internet. Von Alexander Riebel

Im Internet gibt es zurzeit viel Hype um die amerikanische Rockgruppe Eagles of Death Metal. Während des Auftritts im Pariser Club Bataclan drangen IS-Terroristen in den Konzertsaal und töteten 89 Menschen. Die Solidarität mit den Musikern steigert sich international täglich, die Fans wollen sie auf Platz 1 der Hitparaden bringen. Auf der Facebookseite „Eagles Of Death Metal For No. 1“ rufen die Fans sogar dazu auf, den Song „Save the Prayer“ massenhaft her-unterzuladen. Die digitalen Verkäufe stiegen dann tatsächlich in vielen Ländern sprunghaft an.

Die Musiker, die inzwischen wieder in den Vereinigten Staaten sind, kommunizieren nun per Internet mit ihren Fans. „Wir versuchen immer noch, das, was in Frankreich passiert ist, zu begreifen“, schreiben sie auf Facebook und Twitter. Im Internet sind auch die Texte der Rockgruppe zu lesen, auf dem Cover der CDs sind etwa ein Herz zu sehen, das von einer Frauenhand mit langen Fingernägeln gedrückt wird und aus dem ein Telefonkabel herauskommt, ein anderes Cover zeigt eine oben entblößte Frau in Lederkleidung, die mit den Fingern ein Teufelszeichen machen.

Die Texte sind teils durchaus satanisch. So der Song „Kiss the devil“ (Küss den Teufel). Er beginnt, „Wer will den Teufel lieben“, „Wer will sein Lied singen?“, und die Antwort ist erwartungsgemäß „Ich will den Teufel lieben!“, „Ich will sein Lied singen!“. Die Steigerung besteht dann in der Frage „Wer will die Zunge des Teufels küssen?“, woraufhin es dann heißt „Ich will den Teufel lieben!“, „Ich will seine Zunge küssen!“ Der Song variiert dann immer weiter diese Motive. Dass derart satanische Gesänge in der Jugendkultur auf Resonanz stoßen, und im Bataclan waren keineswegs nur Jugendliche, ist schon ein Problem für sich. Es ist das typische Rockgemisch aus Sex, Crime und Teuflischem, das in den Texten zu finden ist.

In dem jetzt besonders beliebten Stück „Save a Prayer“ geht es nicht etwa um die Rettung eines Betenden, wie der Titel vermuten lässt, ganz im Gegenteil. Da steht zu Beginn des Songs, ein „Ich“ allein und einsam an einer Wand. „So ganz allein, das macht keinen Spaß/ Also suchst du nach dem Nervenkitzel/ Und du weißt nur, was es dich kostet und wohin du gehen musst.“ Es ist die Aufforderung, dem Nervenkitzel nachzugeben, sich aufzugeben bis in den Tod hinein. Denn es heißt: „Fühl die Brise tief drinnen/ Sieh hinunter in den Brunnen/ Wenn du kannst, siehst du die Welt in all ihrem Feuer/ Versuchs mal.“ Und der Refrain heißt immer wieder „Heb jetzt kein Gebet für mich auf/ Spar es bis zum Morgen danach auf.“ Das Gebet soll also nicht schützen, sondern erst zu spät, hinterher gesprochen werden. Auch hier wieder eine satanische Grundstimmung, die das Gute der Rettung zu verhindern versucht. Immerhin, die Musiker von Eagles of Death Metal konnten sich retten, nachdem die ersten Schüsse im Bataclan gefallen waren. Sie haben dem Nervenkitzel nicht nachgegeben, weiterzuspielen und sich selbst in den Abgrund zu stürzen. Dieses Spielen mit dem abgrundtief Bösen hat nach Angaben des Marktforschers GfK Entertainment bereits dazu geführt, dass „Save a Prayer“ in Deutschland schon auf den Hitparadenplatz 4 gerutscht ist, in Frankreich bereits auf Platz 3. In dem Trailer „Redemption of the devil“ („Erlösung des Teufels“, Youtube) gibt sich Sänger Jesse ,The Devil‘ Hughes – er führt tatsächlich diesen Beinamen – als „Bischof Jesse Hughes“ im Priestergewand, dann wieder als Homosexueller, der sagt, „jeder sollte mein Drogenproblem haben“.

Muss sich nicht etwas ändern nach Paris? Nicht weil der IS einen Anschlag verübt hat, sondern weil dieser finstere satanische Rockkult wieder allzudeutlich ans Licht gekommen ist und unzählige Fans in den Bann zieht. Vizekanzler Sigmar Gabriel hat gesagt: „Paris ändert nichts.“ Aber nicht jede Lebensgewohnheit der freien Welt ist begrüßenswert. Gabriel sollte noch einmal darüber nachdenken.