Mehr über Hass und Gewalt im Internet forschen

Hasskommentare und Gewaltdarstellungen in den Sozialen Medien müssten nach Einschätzung der Medienwissenschaftlerin Petra Grimm stärker erforscht werden. Beide Phänomene seien in den vergangenen Jahren offensichtlicher geworden, sagte sie der Zeitung „Die Welt“. Ein Großteil der Bevölkerung sei online aktiv; dadurch fänden Gewaltinhalte nicht mehr ausschließlich in Nischen statt. Die Mechanismen dahinter seien aber noch kaum wissenschaftlich untersucht, so Grimm. Etwa beim Cybermobbing schlügen Zuschauer sich oft auf die Seite derjenigen, „die vermeintlich die Macht haben“. Wenn Verbrechen live übertragen werden, könnte dies eine ähnliche Dynamik auslösen. Nutzer wollten online Bewunderung ernten. So fühlten sich manche Gaffer, die Einsatzkräfte bei Unfällen behinderten, wie Dokumentarfilmer – „und sind dabei gar nicht mehr dazu imstande, die eigentliche Situation zu erfassen oder die erforderlichen Handlungen zu erbringen“. Mehr Selbstverantwortung und Moderation durch Anbieter wie Facebook und Google sei sinnvoll, fügte Grimm hinzu. „Außerdem kommen wir nicht umhin, das Thema Digitalkompetenz zu fördern.“ Auch Nutzer sollten nicht wegschauen, sondern Betreiber etwa über Hasskommentare informieren. DT/KNA