Medien entscheiden sich gegen Schockbilder

Kaum waren am Mittwoch die Bilder des US-Journalisten James Foley vor seiner angeblichen Ermordung aufgetaucht, verbreitete sich auf Twitter und Facebook dieser Anblick des Leidens millionenfach in Sekundenschnelle. Bald brüstete sich die Miliz vom Islamischen Staat (IS) mit den Fotos. Die Terroristen hatten ihren Propagandaerfolg. Zwar sperrten soziale Netzwerke bald die Videos von der mutmaßlichen Enthauptung. Doch Fotos von enthaupteten IS-Opfern werden bereits seit Wochen auch in etablierten Medien gezeigt. Auf Foleys Hinrichtungsfotos wollte die Mehrheit der Nachrichtenmedien verzichten, wie aus einer dpa-Umfrage hervorging. Das Netz habe den Druck auf die Printmedien enorm erhöht, sagte die Medienwissenschaftlerin Charlotte Klonk. „Jedes Bild ist nur ein Klick entfernt.“ Dennoch sollten sich Redaktionen diesem Druck nicht beugen, meinte Klonk. DT/dpa