Würzburg

Kommentar : Christliches Halloween?

Bei Halloween kommt es auf die richtige kulturelle Mischung an. Wichtig ist, dass Katholiken mit Gelassenheit auf das synkretistische Treiben reagieren.

Die Kirche und Halloween
In der Kirche hat man sich mit dem einst noch exotischen Brauch von "Halloween" arrangiert. Foto: Wang Ying (XinHua)

Was wäre der Herbst ohne Halloween? Für viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, gehört das vor einigen Jahren aus Amerika (zurück) nach Europa importierte Spuk-Spektakel rund um Kürbisse und Almosen („Süßes oder Saures“) mittlerweile zum festen Bestandteil der dritten Jahreszeit. Verkleidungen, Partys, Umzüge – auch kommerziell wirft Halloween schließlich einiges ab.

Was die spirituellen Hintergründe betrifft, gibt man Entwarnung

In der Kirche hat man sich mit dem einst noch exotischen Brauch ebenfalls arrangiert. Die Katholische Nachrichtenagentur vermeldet in diesem Jahr freudig „Halloween kann kommen: 78 000 Tonnen Speisekürbisse geerntet“. Und was die spirituellen Hintergründe betrifft, die stets als etwas verdächtig galten, gibt man nun Entwarnung: „Der Ursprung dieses Festes ist in der Tat eng mit dem christlichen Allerheiligentag verbunden. So geht der Name auf die englische Bezeichnung „All Hallows eve“, also den Vorabend des Allerheiligenfestes zurück. In Mexiko wird rund um Allerheiligen der ,Dia de los muertos‘ gefeiert, ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren der Toten, bei dem sich indigene und christliche Traditionen vermischt haben.“ Christliches Halloween? Die richtige kulturelle Mischung, ein altes katholisches Thema, das durch die jüngste Synode neue Aktualität erhalten hat, sie spielt auch beim Kürbis-Treiben eine Rolle.

Die wirklich „katholischen Geister“ sind stärker

Umso wichtiger nur, dass Katholiken mit Gelassenheit auf das synkretistische Treiben reagieren. Dies empfiehlt jedenfalls der Autor und Okkultismus-Experte Burkhardt Gorissen gegenüber dieser Zeitung. Es sei schade, so Gorissen, dass christliche Feste wie Sankt Martin, ein „Fest des Teilens und Gebens“, „schleichend“ durch Halloween „abgelöst“ werden würden. Doch gerade vor dem Hintergrund einer zunehmenden „Paganisierung“ empfiehlt er das Gebet für diejenigen, die sich dem „Hype“ hingeben. Gut so. Denn, ob süß oder sauer – die wirklich „katholischen Geister“ sind stärker.