Katholische Erzieher: Kinderbücher nicht ändern

Die Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern, Ursula Lay, wendet sich in einem Appell an die Verleger, Kinderbücher nicht um jeden Preis auf politisch korrekte Begriffe umzuschreiben. „Abgesehen von der ,Verfälschung‘ des Urtextes ist es ein Unding, dass Texte, die im historischen Kontext entstanden sind, nun bereinigt werden sollen.“ Ursula Lay ist der Meinung, dass die Kinderbücher unangetastet bleiben sollen: „Es ist sicher richtig, dass niemand als ,Neger‘ oder ,Schwarzer‘ diskriminiert werden darf. Hier sind Eltern und Lehrer gefordert, eine Einordnung in den historischen Kontext sicher zu stellen.“ Die Chance, der sprachlichen Verarmung durch aktive Auseinandersetzung mit alten Begriffen entgegenzuwirken, ist pädagogisch nicht hoch genug zu bewerten, so die KEG-Vorsitzende weiter: „Die sprachliche Anpassung müsste sonst noch viel weiter gehen und viele Begriffe mehr austauschen, die heute nicht mehr geläufig sind. Durch die Diskussion mit Kindern und Jugendlichen kann hier der Spracharmut Einhalt geboten werden. Schülerinnen und Schüler lernen somit auch Synonyme und Wortabstammungen kennen.“ – „Es ist ganz klar, dass unsere Pädagoginnen und Pädagogen keine rassistischen Elemente dulden. Aber die Diskussion um tradiertes Erzählen darf nicht dazu führen, dass Kinder nicht mehr wissen, was ,klöppeln‘ bedeutet“, fasst Ursula Lay einen der derzeit heftig diskutierten Punkte zusammen. In diesem Sinne ermutigt die KEG-Vorsitzende Ursula Lay die Verlage, nahe an den Original-Texten zu bleiben und Augenmaß zu bewahren, wenn es um das Modernisieren von Kinderbüchern geht. An die Eltern gewandt meint Ursula Lay: „Erklären Sie Ihren Kindern die Texte, weisen Sie darauf hin, dass sich Zeiten, Ansichten und Ausdrücke ändern – aber lassen Sie Ihren Kindern die Erfahrung des Original-Textes, nicht zuletzt im Sinne einer diskriminierungsfreien Erziehung und der sprachlichen Kompetenz ihrer Kinder.“ DT/hrb