„Jeder, der mit Kirche zu tun hat, sollte ins Kino kommen“

Großer Applaus für „Francesco und der Papst“ bei einer Vorführung bei Würzburg mit Bischof Friedhelm Hofmann. Von Sebastian Auer

Bischof Friedhelm Hofmann spricht über den Film „Francesco und der Papst“. Foto: Auer
Bischof Friedhelm Hofmann spricht über den Film „Francesco und der Papst“. Foto: Auer

Das Lachen hat bei Ciro Cappellari nicht aufhören wollen. Weder auf dem roten Teppich, noch im Kinosaal. Sichtlich zufrieden ist der Regisseur mit seinem Film „Francesco und der Papst“, der am Freitagnachmittag, unter anderem in Dettelbach vorab präsentiert wurde und am 21. April in den Kinos anläuft. Unter Beisein von Bischof Friedhelm Hofmann und Würzburgs Bürgermeister Dr. Adolf Bauer zeigte der Grimme-Preisträger Cappellari zusammen mit dem Produzenten Peter Weckert den Papstfilm in einer Vorpremiere.

Francesco ist ein elfjähriger Junge, der mit seiner Mutter und seinen beiden Brüdern in Rom lebt. Während seine Geschwister sich für Computerspiele und Musik interessieren, sing Francesco im Knabenchor „Pueri Cantores“, der die päpstlichen Liturgien begleitet. Von seinen Brüdern für dieses Arrangement belächelt, fühlt sich Francesco durch das Singen befreit und wird sogar auserwählt, bei einer Privataudienz des Papstes in der Sixtinischen Kapelle einen Solopart zu singen.

Keine erfundene Geschichte, keine Schauspieler – alles real. „Wir zeigen den Papst von einer anderen Seite, nämlich aus der Sicht eines Kindes“, sagt Regisseur Cappellari. Das sorgt an vielen Stellen für Erheiterung. Ein Jahr lang hat das Filmteam gedreht. Das war nicht immer einfach, denn „keiner durfte bei unseren Aufnahmen gestört werden“, erzählt Cappellari. Nicht nur in Rom, sondern auch bei den Reisen des Papstes ins Heilige Land und nach Afrika war das Filmteam dabei. Gezeigt werden auch umstrittene Äußerungen des Papstes, beispielsweise seine Aussagen zur Verhütung. Ob im Flugzeug, beim Spaziergang durch Castel Gandolfo oder in den Privaträumen – die Kamera ist immer nur wenige Meter vom Papst entfernt und zeigt bislang völlig unbekannte Perspektiven und Gespräche. Mit allen Vorbereitungen habe die gesamte Produktion des rund 100-minütigen Films fünf Jahre gedauert und brachte rund 200 Stunden Filmmaterial zusammen, sagt Produzent Weckert.

Bischof Hofmann appellierte nach dem Film: „Jeder, der mit Kirche zu tun hat, sollte ins Kino kommen. Es lohnt sich.“ Der Film berühre und zeige zwei Welten: Zum einen die Probleme der Familie des kleinen Francesco, denn seine Mutter ist alleinerziehend, der Vater lebt in Luxemburg. Auf der anderen Seite die vielfältigen Aufgaben des Papstes. Seine Worte erfreuen Cappellari und Weckert wahrscheinlich am meisten, denn Papst Benedikt XVI. hat bereits zugesagt, dass er sich auf den Film sehr freue und ihn ansehen werde.