Javier Marías will nicht Literaturpreis der Regierung

Der spanische Autor Javier Marías hat einen Literaturpreis der Madrider Regierung abgelehnt. Er werde den vom Kulturministerium verliehenen Nationalen Literaturpreis nicht annehmen. Das Ministerium hatte dem Schriftsteller, der international einer der bekanntesten spanischen Autoren der Gegenwart ist, den mit 20 000 Euro dotierten Preis für den jüngsten Roman „Die sterblich Verliebten“ zugesprochen. Marías betonte, er habe Ende der 90er Jahre den Entschluss gefasst, keine offiziellen oder institutionellen Auszeichnungen zu akzeptieren. „Bei dieser Haltung bleibe ich, egal wer an der Regierung ist.“ Er wolle damit der Gefahr begegnen, in politische Streitigkeiten hineingezogen zu werden, sagte der Autor. Er würdige die Entscheidung der Jury, aber er wolle zu seinem Beschluss stehen. Der Literat ist ein erklärter Gegner der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy. Er hatte sich auch mehrfach sehr kritisch über die drastischen Einsparungen der Madrider Regierung im Kulturbereich geäußert und den Konservativen vorgehalten, sich damit auf die Spuren der Franco-Diktatur (1939–1975) zu begeben. DT/dpa