Internationale Zeitschriftenschau am 31. Januar 2019

Internationale Zeitschriftenschau

Keine weiblichen Diakone

„Die Weihe von weiblichen Diakonen würde der Kirche schwer schaden“, titelt Alexander Lucie-Smith im Catholic Herald. Man könnte meinen, schreibt er, „das Letzte, was die Kirche im Augenblick bräuchte, ist mehr Verwirrung, mehr Zweifel und mehr Streit über die Glaubenslehre, doch nicht jeder ist dieser Auffassung“. Vier Mitglieder der päpstlichen Studienkommission zum „Frauendiakonat“ hielten zu diesem Thema Vorträge an der Fordham University. Der Autor schließt: „Leider kann ich da auch nicht weiterhelfen, doch die Frage nach einer Weihe von Frauen zu Diakonen ist eng mit ihrer Weihe zum Priestertum verknüpft. Wenn dem nicht so wäre, so bezweifle ich, dass irgendjemand das diskutieren wollte.“

Bilder und ihre Wirkung

In dem weltweit verbreiteten Videoclip war ein älterer, Trommel schlagender „Ureinwohner Amerikas“ zu sehen, der von Schülern der katholischen Highschool Covington umringt wurde. Die jungen Männer befanden sich auf ihrem jährlichen „Marsch für das Leben“ und feixten scheinbar über den alten Mann und übertönten ihn mit Gesängen. „Die Realität“ war jedoch, wie der National Review in einem Kurzkommentar bemerkt, „wie längere Videoclips bewiesen, dass die Covington boys eine Stunde lang eine Moralpredigt von schwarz-nationalistischen Spinnern angehört hatten (die die Jungen unter anderen als Schwuchteln bezeichneten); dass der Trommler die Jungen mit seinem Höllenlärm aufregte und dass diese versuchten, die Lage mit Highschoolgesängen und stoischem Lächeln zu deeskalieren“. Die Jungen seien später von einem „linken Social-Media-Mob“ angegriffen worden. Das sei uns durchaus „vertraut: Die Jungen wurden diffamiert und bedroht“, Arbeitgeber wurden aufgerufen, die Eltern dieser jungen Leute zu entlassen, „in der Hoffnung, diese Familien wirtschaftlich zu ruinieren“. Die aus dem Vorfall zu ziehende Lektion laute, dem Magazin zufolge: „Bilder und Videoclips können genauso viel verzerren, wie sie enthüllen; die ersten Reaktionen kommen fast immer vorschnell. Währenddessen versucht die Linke noch immer, die Jungen als Musterexemplare der neuen universalen Hassfigur darzustellen: des weißen Mannes.“

Das christliche Abendland und das Kopftuch

Anlässlich der Herausgabe ihres neuen Buches „Lettre aux femmes voilées et a ceux qui les soutiennent“ (Brief an die verschleierten Frauen und an die, die sie unterstützen) wurde die französische Rechtsanwältin und Politikerin Jeannette Bougrab vom Figaro interviewt. Anlass für ihr Büchlein war ein widersprüchliches Phänomen: „Während junge Musliminnen in Algier, Teheran und in Riad das Recht fordern, keinen Tchador oder keine Burka zu tragen, verteidigen Frauen in Amsterdam, London und Paris die Verschleierung. Doch das Kopftuch ist nicht einfach ein religiöses Zeichen, sondern ein Symbol der Unterwerfung und eine politische Standarte“, schreibt die ehemalige Jugendministerin im Kabinett Fillon III und jetzige Leiterin des Institut français in Finnland. Ihr Ziel ist es, „die Frauen zu unterstützen, die beispielsweise unter dem Joch der iranischen Mullahs leben“. Salman Rushdie, der noch immer von einer Fatwa bedroht wird, habe die aktuelle Instrumentalisierung des Kopftuchs sehr gut erklärt: „Keine einzige Frau aus meiner Familie würde die Vorstellung einer wie auch immer gearteten Verschleierung ertragen. Selbst meine sehr konservative Großmutter wäre entsetzt bei dem Gedanken, dass sich eine ihrer drei Töchter verschleierte. Meine Mutter hätte so etwas nie akzeptiert. Der Schleier ist eindeutig ein Instrument der Unterdrückung.“ An die Feministen gerichtet, erklärt Bougrab: „Ich würde es begrüßen, dass sie genauso viel Eifer für die Verteidigung von inhaftierten, gefolterten und manchmal ermordeten Frauen aufbringen, weil sie dieses verdammte Tuch nicht getragen haben.“ Die Entscheidung des Menschenrechtskomitees der UN, das Verbot der Burka zu tadeln, bezeichnet die algerischstämmige 45-Jährige als „äußerst lehrreich in Bezug auf das Ausmaß der Verblendung der Menschen des Abendlandes“. Denn „die Burka ist die absolute Verneinung des Prinzips der Gleichheit und der Freiheit. Sie ist ein Bild für den islamischen Totalitarismus.“ So wurde die Schriftstellerin Chahdortt Djavann mit 13 Jahren eingesperrt, weil sie es ablehnte, sich zu verschleiern: „Eine Minderjährige zu verschleiern, bedeutet, dass sie heiratsfähig ist. Das Kopftuch definiert die Minderjährige als Sexualobjekt. Es definiert die Frau, als psychologisch, sozial, sexuell und juristisch unter dem Manne stehend“, schreibt Djavann. Und Bougrab fügt hinzu: „Man kann nur entsetzt sein, wenn man ein Kind sieht, das darauf reduziert wird, ein älteren Männern zur Verfügung stehendes Objekt zu sein.“ Heute könne man dabei zusehen, wie in Frankreich immer mehr kleine Mädchen verschleiert werden. Im Internet finde man Seiten, auf denen „mit schändlichen Werbesprüchen“ die Verschleierung für ganz kleine Mädchen empfohlen wird: „Beginnen Sie ab dem frühesten Alter, sie an das Tragen des Kopftuchs zu gewöhnen.“ Ab der Kleidergröße für sechsjährige Mädchen gebe es bereits „Dschilbabs, diese komplette Körperverschleierung“. Bougrab meint, „dass man diese armen Kinder indoktriniert, an die man Werte und Prinzipien weitergibt, die unserem republikanischen Fundament widersprechen. Werden Kinderehen“, so fragt sie, „der nächste Schritt sein?“

Männer im Wettkampf mit Frauen

Bisher galt es als selbstverständlich, dass sportliche Wettkämpfe nur zwischen Männern beziehungsweise Frauen ausgetragen werden. Mit den geplanten Reformen des „Gender Recognition Act“ in Großbritannien, denen zufolge es ausreicht, dass ein Mann lediglich eine Erklärung abgibt, er sei eine Frau, um überall als solche behandelt zu werden, könnte sich dies ändern, wie Roger Alton im Spectator berichtet: Wenn man sagt „Ich bin eine Frau“, so reiche das völlig aus, selbst dann, wenn man biologisch ein Mann ist. Was sich daraus ergebe, wurde kürzlich bei einem „boshaften Streit“ deutlich, bei dem es harsche Reaktionen auf einen Kommentar von Martina Navratilova gab. Auslöser war die Teilnahme eines kanadischen Radsportlers bei der Bahnrad-Weltmeisterschaft der Frauen im Oktober 2018. Rachel McKinnon, der sich zur „Trans-Frau“ erklärt hatte, kam auf den ersten Platz. Angesprochen auf Transgender Frauen im Sport, antwortete Navratilova: „Du kannst dich nicht einfach zur Frau ausrufen und dann gegen Frauen antreten. Da muss es schon einige Maßstäbe geben.“ Der Besitz von männlichen Geschlechtsorganen und das Antreten bei sportlichen Wettkämpfen als Frau, „entspricht diesem Maßstab aber nicht“, sagte die berühmte Tennisspielerin. Nach Beschimpfungen auf sozialen Plattformen zog sie ihre Äußerung wieder zurück. KS