Würzburg

Internationale Zeitschriftenschau am 11. April

Angriff auf die Demokratie

Internationale Zeitschriftenschau

Angriff auf die Demokratie

Im Spectator schreibt Piers Morgan, dass er bei einem erneuten Brexit-Referendum für den EU-Austritt stimmen würde, obwohl er vor drei Jahren dagegen war. Weshalb? Weil er so wütend über eine zweite Volksabstimmung wäre, denn er habe noch niemanden getroffen, der seine Meinung geändert habe. Was gerade geschehe, sei eine „Schande“: „Ein Unterhaus, das fast nur mit „Remainer“-Abgeordneten besetzt ist, versucht alles in seiner Macht Stehende zu tun, um das Ergebnis von 2016 umzustoßen oder den Brexit abzuschwächen, dass dieser schließlich keine Ähnlichkeit mit dem mehr hat, wofür die Leavers einst stimmten. Ich finde diesen Angriff auf unsere Demokratie weitaus unheilvoller als alles andere, was uns bei einem Austritt ohne Deal aus der EU passieren könne.“

Umweltschutz durch Kernenergie

Der amerikanische Umweltschützer Michael Shellenberger gab dem französischen Monatsmagazin Le Point ein Interview. Die 2008 vom „Time Magazine“ zum „Helden der Umwelt“ gekürte Galionsfigur der „pragmatischen Umweltschützer oder auch Ökomodernisten“ verteidigt Atomtechnologien als beste Maßnahme, um die Umwelt zu schützen. Seit einigen Jahren stellt er fest, „dass die erneuerbaren Energien, obwohl sie billiger wurden, zu einem erheblichen Anstieg des Strompreises geführt haben“. Natürlich könne man auch noch weitere Windräder installieren, meint er, und sie würden dann eben noch mehr Insekten, Fledermäuse und Vögel töten. Doch die grünen Energien seien begrenzt: „Der Wind wird nicht stärker wehen und die Sonne nicht öfter scheinen. 450 mal so viel Fläche ist nötig, um auf einer Solarfarm in Kalifornien die gleiche Energie wie mit einem Kernkraftwerk zu erzeugen.“ Das, was Leute wie Greta Thunberg wollten, habe nichts mit dem Klimawandel zu tun: „Was sie wollen, ist soziale Macht. Greta Thunberg will, dass wir alle Vegetarier werden, dass man nicht mehr mit dem Flugzeug fliegt und dass wir sogar unser politisches System aufgeben. Sie will uns ein ökonomisches Mittelalter aufzwingen.“ Wenn es ihr mit einem Ausweg aus der Klimakrise wirklich ernst wäre, „würde sie von der ganzen Welt fordern, dem Beispiel ihres Heimatlandes Schweden zu folgen“, wo der Neubau von Kernkraftwerken erlaubt ist und die Kernenergie zu etwa einem Drittel der Gesamtstromerzeugung beiträgt – in Deutschland wurde der Totalausstieg aus der Kernenergie bis 2022 beschlossen.

„Schneepflugeltern“ noch schlimmer als „Helikoptereltern“

Nach den „Helikoptereltern“, die ihre Kinder überbehüten und wie ein Hubschrauber ständig über ihr Wohlergehen kreisen, kommen nun die „Schneepflugeltern“: Diese räumen ihren Kindern sämtliche Hindernisse aus dem Weg und erziehen sie damit, wie die New York Times feststellt, zu „unfähigen Erwachsenen“. Sie verhielten sich wie „Maschinen, die voraustuckern und alle Hindernisse auf dem Weg ihrer Kinder zum Erfolg wegräumen, damit sie keine Fehlschläge und keine Frustrationen erlitten“. Auch andere US-Zeitungen griffen das Thema auf, nachdem eine neue Umfrage in den USA ergeben hatte, dass Eltern selbst dann noch Dinge für ihre Kinder erledigten, wenn diese bereits erwachsen sind. So etwa vereinbaren 74 Prozent der Eltern von 18- bis 23-jährigen Kindern Termine für sie, darunter auch Arzttermine. Immerhin 15 Prozent erinnern ihre Kinder, die auf ein College gehen, mit einer SMS oder einem Anruf daran, einen Test oder eine Unterrichtsstunde nicht zu verpassen. Eines der ungeheuerlichsten Resultate der Umfrage war, dass laut USA Today „elf Prozent der Eltern von erwachsenen Kindern den Arbeitgeber ihres Kindes anrufen, wenn es bei der Arbeit ein Problem habe“. Doch das Problem dabei sei, wie Julie Lythcott-Haims der NYT sagte, dass Eltern ihre Kinder nicht erwachsen werden lassen.

Gegen die Evolutionstheorie

Wissenschaftler äußerten ihre Skepsis gegenüber dem Darwinismus, wie die amerikanische Ausgabe der Zeitung Epoch Times meldet. Nur zwei Sätze enthält die Stellungnahme, die seit den letzten Jahren bis heute von mehr als 1 000 Wissenschaftlern unterzeichnet wurde. Die Liste enthält unter anderen die Namen von Wissenschaftlern weltweit renommierter Universitäten wie Yale, Princeton, Stanford, des „Massachusetts Institute of Technology (MIT) sowie von Mitgliedern der amerikanischen Akademie der Wissenschaften und der nationalen Wissenschaftsakademien Russlands, Ungarns und Tschechiens. Mit ihrer Erklärung wollen sie dem Eindruck entgegentreten, dass die darwinistische Theorie über allen Zweifel erhaben sei. Sie halten die Entstehung des Lebens durch zufällige Mutationen für nicht plausibel und fordern „eine sorgfältige Untersuchung“ der Belege für den Darwinismus sowie das Ende der Diskriminierung von Forschern, die am Darwinismus zweifeln.

Wird der Glaube zum Verbrechen?

Wird Großbritannien den christlichen Glauben zu einem Hassverbrechen erklären?, fragt Simon Caldwell im Catholic Herald. Ein Vertreter der katholischen Kirche in Schottland vermutet, „dass die Gläubigen schon bald Gesetzesbrecher sein könnten, wenn sie sich zur kirchlichen Lehre über Ehe und Sexualität bekennen“. Der Leiter des Catholic Parliamentary Office, Anthony Horan, warnte Politiker davor, dass ein neues Gesetz über Hassverbrechen auch normale Katholiken betreffen könnte, die es wagten, die kirchliche Lehre etwa über gleichgeschlechtliche „Ehen“ oder über Transsexualität zu teilen: „Wir müssen uns davor schützen, und Meinungs-, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit gewährleisten. Manche Leute könnten behaupten, dass das Äußern der Position der katholischen Kirche über Ehe oder menschliche Sexualität ein Versuch sein könnte, Hass zu schüren.“ Doch das, so Horan weiter, „wäre natürlich falsch, aber ohne Möglichkeit zu einer soliden Debatte und zu einem Meinungsaustausch riskieren wir, eine intolerante und illiberale Gesellschaft zu werden“. Es herrsche heute „ein Klima der Angst in der Gesellschaft“, in dem sich die Menschen „allenfalls unwohl“ und „schlimmstenfalls total verängstigt“ fühlten, in Bezug auf ihren Glauben offen zu sein. Schon heute würden Grundschulen zu „ideologischen Schlachtfeldern“. So versuchte beispielsweise eine Schule in Croydon zu garantieren, dass alle ihrer Schüler an einem „Gay-Pride-March“ teilnehmen, was dazu führte, dass 110 Eltern ihre Kinder von der Schule abmeldeten, während sich Hunderte von muslimischen Eltern gegen „No Outsiders“ aussprachen, ein LGBT-Lehrprogramm, das an der Parkfield School, einer Grundschule in Birmingham unterrichtet wird.

DT/KS