„Geistliche Musik im profanen Raum“

In Halle beginnen die Händel-Festspiele zum 300. Geburtstag des Komponisten

Geistliche Musik von Georg-Friedrich Händel (1685–1759) steht in diesem Jahr im Mittelpunkt der Händel-Festspiele in seiner Geburtsstadt Halle. „Der Anlass ist der 300. Geburtstag von Händels erstem geistlichen Oratorium ,La Resurrezione‘“, sagte Festspieldirektorin Hanna John am Donnerstag vor der Eröffnung des Festivals am Abend.

Unter dem Motto „Geistliche Musik im profanen Raum“ stehen elf Tage lang 50 Aufführungen mit rund 1 500 Künstlern aus 15 Ländern auf dem Programm. Rund 40 000 Besucher werden erwartet. Erstmals gibt es ein Programm für Kinder. Als Höhepunkt für Freunde alter Musik gilt die Erstaufführung des kürzlich von Musikwissenschaftlern entdeckten Orgel-Chorals „Wo Gott der Herr nicht bei uns hält“ von Johann Sebastian Bach.

Zum Eröffnungs-Festkonzert am Donnerstag wollte das Händelfestspielorchester der Staatskapelle Halle das „Dettinger Te Deum“ präsentieren – auf historischen Instrumenten aus Händels Geburtshaus. Der diesjährige Händel-Preis der Stadt Halle wird an den Dirigenten und Cembalisten Christopher Hogwood verliehen. Er sei ein herausragender Vertreter der historisch orientierten Aufführungspraxis, hieß es.

Zwei Werke Händels zur Auferstehung bilden den zeitlichen Rahmen des Festspielprogramms: Das Oratorium „La Resurrezione“ (1708) und der „Messias“ (1741). Dabei gibt es im halleschen Dom die Neuauflage eines alten musikalischen Wettstreites: „La Resurrezione“ erklingt zusammen mit dem im gleichen Jahr von Alessandro Scarletti geschriebenen Oratorium „La Colpa“, das seit seiner Uraufführung kaum gespielt wurde. Beide Werke wurden für die Osterfeierlichkeiten vor 300 Jahren geschrieben. Der traditionell auf dem Programm stehende „Messias“ (1741) wird von „The English Concert“ und dem Chor des Mitteldeutschen Rundfunks unter der Leitung von Howard Arman in der Marktkirche, Händels Taufkirche, aufgeführt und erstmals an einem weiteren Abend wiederholt. DT/KNA