Ein Blick auf den „Orbis Catholicus“

Der Blog eines Amerikaners findet im Internet viel Beachtung – John Paul Sonnen möchte mit Bildern für den katholischen Glauben Interesse wecken. Von Ulrich Nersinger

Das „Katholische“ in Bilder bannen: Der Amerikaner John Paul Sonnen streift mit seiner Kamera durch Rom und stellt die Fotos auf seinen Blog. Foto: Orbis Catholicus Secundus
Das „Katholische“ in Bilder bannen: Der Amerikaner John Paul Sonnen streift mit seiner Kamera durch Rom und stellt die F... Foto: Orbis Catholicus Secundus

Aus der weltweiten Blogger-Szene ist „Orbis Catholicus“ nicht mehr wegzudenken. Die Internetpräsenz des US-Amerikaners John Paul Sonnen versorgt seit 2006 zahlreiche Nutzer des Web mit Interessantem aus der Ewigen Stadt, und trotz der signifikanten Namensgebung nicht nur wissbegierige Katholiken. Als im Sommer 2009 die Speicherkapazität des Blogs ausgeschöpft war, dachte der in Rom lebende Student an eine Einstellung von „Orbis Catholicus“. Er erhielt jedoch eine Flut von Emails und soviel Zuspruch, dass ein zweiter Blog entstand: „Orbis Catholicus Secundus“. John Paul Sonnen kommt aus einer Familie, die von ihrem katholischen Glauben tief geprägt ist. Auf die Frage nach seinem Werdegang sagt er: „Ich wurde 1979 geboren. Meine Eltern gaben mir, durch die Wahl des neuen Papstes aus Polen beeindruckt, den Taufnamen ,John Paul‘. Beim Weltjugendtag 1993 in den USA sah ich dann zum ersten Mal den Heiligen Vater. Elf Jahre später kam ich zum Philosophiestudium nach Rom.“

Wie entstand die Idee zu einem eigenen Blog?

Damals wusste ich noch nicht, was ich mir darunter vorzustellen hatte. Mary erklärte mir, dass es sich um eine Art Tagebuch im Internet handle, das ganz einfach zu führen sei. Ich hatte damals begonnen, überall in Rom meine Kamera mitzunehmen und Aufnahmen zu machen. Ich dachte mir, warum soll ich nicht jedem, der es möchte, meine Bilder zeigen – und so startete ich im Mai 2006 meinen Blog.

„Orbis Catholicus“ ist also ein Blog zum „Anschauen“?

Ja. Ich stelle zwar auch interessante Links ein, aber er besteht in der Hauptsache aus Bildern, aktuellen Aufnahmen wie historischen Fotografien. Sie prägen sich besser ein als lange Texte oder ausführliche Erklärungen. Ich möchte mit meinen Fotos „Katholisches“ zeigen und hoffe, dass man unseren Glauben so mehr schätzen und lieben lernt.

Welche Reaktionen gibt es auf den Blog, wie ist das Feedback?

Ich darf nicht klagen. Im Jahr besuchen über 400 000 Internetnutzer meine Seite. Die Resonanz ist überwiegend positiv. Vor allem Katholiken, darunter viele junge, gehen auf meinen Blog. Auch aus dem Vatikan klickt man oft meine Adresse an. Aber genau so interessieren sich Nicht-Katholiken für den „Orbis Catholicus“. Manchmal werde ich in Rom auf der Straße von völlig Fremden erkannt und angesprochen, die sich dann für meinen Blog bedanken. Das zeigt mir, dass die Zeit und die Arbeit, die ich in ihn investiere, nicht vergeudet sind.

orbiscatholicussecundus.blogspot.com