„Echte Würzburger Relikte“

Eine Ausstellung befasst sich mit akademischen Insignien

Insignien mit bewegter Geschichte: Professor Dieter Salch mit Szepterpaar. Foto: Mann
Insignien mit bewegter Geschichte: Professor Dieter Salch mit Szepterpaar. Foto: Mann

Mit der 68er-Bewegung verschwanden sie aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit, doch bei universitären Festakten und Promotionsfeiern in jüngster Zeit erleben sie wieder eine kleine Renaissance: Talare. Die prachtvollen Gewänder, die nie abgeschafft wurden, stellten früher die standesgemäße Kleidung der Professorenschaft und Rektoren dar, sind aber längst nicht die einzigen Insignien einer über Jahrhunderte gewachsenen universitären Identität. Goldene Rektorenketten, Degen, Universitätssiegel sowie reich verzierte Matrikel- und Statutbücher symbolisierten den hohen Anspruch und das Bewusstsein der mittelalterlichen Universitas, der Gemeinschaft von Lehrenden und Studenten, nach Innen und Außen. Eine Sonderausstellung in der Gemäldegalerie des Würzburger Martin-von-Wagner Museums erschließt die heute meist vergessene Welt akademischer Insignien und Hoheitszeichen am Beispiel der Würzburger Universität neu. Die Ausstellung beleuchtet eine schillernde Facette in der Geschichte der von Stiftern mit Ländereien und Reichtümern bedachten Universitäten, die mit zahlreichen Privilegien ausgestattet wurden und deren Mitglieder gar einer eigenen universitären Gerichtsbarkeit unterstanden. „Im Mittelpunkt stehen unsere Universitätsszepter“, erklärt Honorarprofessor Dieter Salch, Ehrensenator der Universität Würzburg. Salch ist es zu verdanken, dass das Salzburger Szepterpaar, das Bayern 1846 der Würzburger Universität überließ und zu den schönsten Barockszeptern überhaupt gehört, erstmals seit 1944 wieder in Würzburg zu sehen ist. Denn unter nationalsozialistischer Herrschaft gelangten die Szepter zurück nach Salzburg und sind jetzt im Besitz Österreichs. Noch heute werden sie dort bei Promotionsfeiern genutzt. Das Päpstliche Szepter, das mit einer Tiara gekrönt ist, sowie das Kaiserliche Szepter seien dennoch „echte Würzburger Relikte“, so Salch bei der Ausstellungseröffnung. CLM

Ein Besuch der Ausstellung bis zum 2. Februar 2013 möglich. Zur Ausstellung erschienen ist das Buch: Dieter Salch: „Symbole und Insignien der Würzburger Universität“.