Washington

„Drag Queen-Vorlesestunden“ für Kindergartenkinder

Seit einigen Jahren breitet sich in den USA eine besondere Form des LGBT-Aktivismus aus: Sogenannte Drag Queens führen während „Vorlesestunden“ in Bibliotheken und Schulen schon Kleinkinder in die Gender-Ideologie ein. Aber es formiert sich Widerstand

New York Gay Pride
Es gibt sie mittlerweile in 45 unabhängig voneinander agierenden Ortsverbänden in den Vereinigten Staaten, so etwa in New York City, Washington, Chicago: Veranstaltungen, bei denen Drag Queens Kindern aus Büchern vorlesen. Foto: Albin Lohr-Jones (Pacific Press via ZUMA Wire)

Mit einem Nischenereignis fing es an. Die ersten Drag Queen „Story Hours“ (abgekürzt DQSH) fanden 2015 an der Westküste der USA, in San Francisco, statt. Sie richteten sich bereits an Dreijährige und verbreiteten sich im Laufe der Zeit in Büchereien und Schulen überall in den Vereinigten Staaten.

Bei diesen Veranstaltungen lesen Drag Queens Kindern aus Büchern vor, deren Fokus „auf Genderidentität und gleichgeschlechtlichen Beziehungen“ liegt, wie es in einem Beitrag von The Daily Signal, dem Publikationsorgan der Heritage Foundation, einer konservativen Denkfabrik mit Sitz in Washington, heißt. Die Autorin des Artikels, Mary Margaret Olohan, zitiert die Intention der etwa 45-minütigen Vorlese-Veranstaltungen für drei- bis achtjährige Kinder von der Webseite der Drag Queens: Die Stunden regten die Fantasie der Kinder an und helfen ihnen, ihre eigene Genderfluidität  durch „glamouröse, positive und ungeniert queere Vorbilder zu erkunden“.

Veranstaltungen als "Akt der Rebellion"

An Orten wie diesen „können die Kids Menschen erfahren, die sich Gender-Beschränkungen widersetzen, und sie können sich eine Welt vorstellen, in der sich Menschen so präsentieren können, wie sie möchten, und wo die Verkleidung echt ist“, heißt es weiter in dem Statement des queeren Internetauftritts. „Unter Obama“, so wird ein Akteur der DQSH zitiert, „schienen die Vorlesestunden ein unterhaltsames Programm zu sein, und das ist es auch heute noch, besonders für die Kids“. Doch heute, wo Präsident Donald Trump im Amt ist, seien diese Veranstaltungen auch eher ein „Akt der Rebellion“.

Es gibt sie mittlerweile in 45 unabhängig voneinander agierenden Ortsverbänden in den Vereinigten Staaten, so in New York City, Washington, Chicago und so weiter. Auslandsdependancen existieren in Tokio und Berlin. Die Lesungen finden nicht nur in Bibliotheken statt, sondern inzwischen auch in „Schulen, Buchläden, Museen, Sommercamps, Schulhorten und anderen Gemeinschaftsräumen“.

Widerstand bei Gemeinden und religiösen Gruppen

Doch inzwischen formiert sich Widerstand bei „örtlichen Gemeinden, religiösen Gruppen sowie bei Bürgern, die befürchten, dass die Events Kinder mit verwirrenden Gendertheorien und sexuellen Verhaltensweisen in Kontakt bringen, die für ihr Alter ungeeignet sind“. So hätten Pro-family- Gruppen wie die Family Policy Alliance erklärt, dass sie die Drag Queen-Vorlesestunden zurückdrängen wollen, aus Angst, „dass diese stark sexualisierenden Veranstaltungen zu regelmäßigen Events in öffentlichen Bibliotheken und sogar Schulen in ganz Amerika werden“, erklärte Vince Torres, der Direktor der Family Policy Alliance. Neben „der Förderung der Genderfluidität findet sich auch das unterschwellige Bemühen, die Autorität der Eltern im Leben ihrer Kinder zu untergraben“. Daher müssten sich Eltern dieser und weiterer Bestrebungen bewusst sein, „die darauf abzielen, ihre Kinder zu sexualisieren und zu indoktrinieren“.

Proteste von Pro-family- Gruppen gegen die DQSH-Veranstaltungen gab es bereits in Los Angeles, Houston, Kalifornien und weiteren Städten. Torres ruft betroffene Eltern und Bürger zudem dazu auf, ihre Gemeindeverwaltungen zu kontaktieren, „wenn diese Ereignisse in ihre Stadt kommen“. Er betont, dass schon viele der Lesungen dank der öffentlichen Empörung und des öffentlichen Drucks abgesagt wurden: „Wir hoffen, dass Büchereien im ganzen Land zu dem gleichen Schluss wie wir kommen – Drag Queen-Veranstaltungen sind für Kinder nicht geeignet, und Bibliotheken sollten ihnen kein Forum bieten und sie auch nicht unterstützen“.

DT/ks

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